Während die meisten Menschen sich anstrengen müssen, immer ans Händewaschen zu denken, müssen Menschen mit Waschzwang noch mehr aufpassen, es nicht zu übertreiben.

Jula setzt sich schon lange mit ihrem Waschzwang auseinander. Sie hat ihren Waschzwang ganz gut unter Kontrolle bekommen. Doch wie geht es ihr, wenn alle Welt um sie herum ermahnt wird, öfter die Hände zu waschen – und zwar sehr gründlich?

"Ich habe mich gerade gut unter Kontrolle", sagt sie. "Ich informiere mich, muss mir aber sagen: Ich mache schon genug und halte mich an die Hygienevorschriften."

"Ich muss mir sagen: Ich mache schon genug und halte mich an die Hygienevorschriften."
Jula

Tatsächlich ist es für Jula schwierig die viele Nachrichten über die Coronavirus-Pandemie wegzufiltern, um zur Ruhe zu kommen. In der Therapie hat sie verschiedene Methoden gelernt, wie das gelingen kann.

Sie konzentriert sich in kritischen Situationen zum Beispiel auf die äußeren Umgebungseinflüsse und zählt Dinge im Kopf. Das hilft ihr, sich abzulenken, wenn sich die Gedanken nur noch um den Zwang drehen.

"Wie viele Dinge kann ich hören, fühlen oder sehen? Das hilft, um sich von dem Kreislauf, der im Kopf losgeht, wieder abzulenken."
Jula

Jula fährt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Wenn sie da jemanden sieht, der mit Mundschutzmaske unterwegs ist, kann es sein, dass sie sich erschreckt.

Um nicht in Panik zu geraten und ihren Zwang, sich waschen zu wollen, zu befeuern, versucht sie, die panische "Waschzwang-Jula" durch die "vernünftige Jula" zu beruhigen.

Sie sagt sich dann, dass es sich gerade um eine besondere Situation handelt, bei der auch sie sich genau an die Maßnahmen halten muss – und nicht mehr machen sollte als andere.