Mehr als 42.000 Menschen haben sich mittlerweile mit dem neuen Coronavirus infiziert. Über tausend Menschen sind daran gestorben. Die WHO lädt zu einer zweitägigen Konferenz nach Genf. Eine wichtige Frage: Wie schnell lässt sich ein Impfstoff entwickeln?

Die Weltgesundheitsorganisation lädt Wissenschaftler, Experten und Politiker zum "Global research and innovation forum". Dort soll zusammengetragen werden, was bisher gesichert über das neuartige Coronavirus bekannt ist. Es gibt noch Wissenslücken:

  • Wie wird das neue Coronavirus genau übertragen?
  • Wie ansteckend ist das Virus?
  • Wie lange sind die Träger ansteckend, und wie viele Menschen kann eine Person anstecken?
  • Wie können sich gerade Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal schützen?

Nur wenige Teilnehmer sind persönlich in Genf

Der Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer reist nicht an, sondern nimmt per Telefon oder online teil. Gerade die Wissenschaftler wollen in der aktuellen Lage keine Zeit mit der An- und Abreise verschwenden.

Teilnehmen werden neben Wissenschaftlern auch Politiker - vor allem aus den Ländern, in denen es Corona-Fälle gibt. Außerdem sind Geldgeber dabei, also Unterstützer von Forschung, sowie Experten für Impfstoffe.

Impfstoff dringend gesucht

Der Impfstoff muss aufwendig auf Wirkung und Nebenwirkungen getestet werden, bevor man ihn weltweit hunderttausendfach Menschen verabreichen darf. Normalerweise ist das ein äußert aufwändiger Vorgang, der Monate oder Jahre dauern kann. Deshalb geht es jetzt darum herauszufinden, ob und wie sich dieser Prozess beschleunigen lässt.

Denkbar wäre etwa, dass der Impfstoff an weniger Menschen getestet wird als das normalerweise der Fall ist.

Aufwendiger Prozess

Am Impfstoff wird bereits mit Hochdruck gearbeitet. Eine Impfung zu entwickeln und herzustellen, ist allerdings keine Kleinigkeit. Allein die Herstellung einer normalen Grippe-Impfung dauert fast ein halbes Jahr. Für viele Impfungen müssen die Viren, von denen dann Bruchteile in der Impfung verwendet werden, in speziellen Hühnereiern herangezüchtet werden. Die Maßstäbe an Sauberkeit, Genauigkeit und Qualitätskontrolle sind äußerst hoch.

"Ich hoffe, dass dieser Spirit für alle Wissenschaftler gilt. Das sind ja die Menschen, die tagtäglich direkt mit dem Virus arbeiten und sich gut vorstellen können, was es anrichten kann."
Christina Sartori, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Der Virenexperte Christian Drosten von der Charité in Berlin, der schon bei der SARS-Pandemie 2002/2003 eine wichtige Rolle gespielt hatte, hat den ersten Schnelltest für das neue Coronavirus entwickelt - und sofort weltweit zur Verfügung gestellt. In diesen Tagen werden zehntausende Kits aus Berlin an Labore weltweit gesendet, damit diese mit dem Material arbeiten können.

"Ich hoffe, dass dieser Spirit für alle Wissenschaftler gilt. Das sind ja die Menschen, die tagtäglich direkt mit dem Virus arbeiten und sich gut vorstellen können, was es anrichten kann", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Christina Sartori.

Bisher betrifft dieses Coronavirus vor allem China. Die Gefahr, dass die Seuche aber doch noch auch weltweit ein größeres Problem wird, besteht nach wie vor. Wie groß sie ist, das wird eines der zentralen Themen des "Global research and innovation forum" sein.

Lob und Kritik für China

Die WHO lobt noch immer, wie offen und rigoros China mit dem Ausbruch umgeht. Doch auch die WHO weiß, dass der Ausbruch zunächst vertuscht wurde. Bestimmte Informationen bekommen die Experten bis heute nicht. Erst jetzt durfte ein WHO-Team überhaupt ins Land. Das Problem: Die WHO darf es sich nicht mit China verderben, weil sie auf die Zusammenarbeit angewiesen ist.