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Es gibt gute Impfstoffe gegen Covid-19, doch wirksame Medikamente zu finden, ist schwierig. Ein Intensivmediziner sagt: Wir brauchen unbedingt noch mehr.

Zur Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten mit Symptomen stehen nicht viele Medikamente zur Verfügung. Eingesetzt werden:

  • Heparin zur Blutverdünnung, weil Covid-19-Patienten häufig Thrombosen und eine Lungenembolie bekommen
  • Cortison bei schweren Verläufen mit akutem Lungenversagen

"Ein Medikament für die Frühphase hätten wir sehr gerne", sagt Professor Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Es könnte Menschen mit einem positiven Corona-Test verabreicht werden, die noch keine Symptome haben. Im besten Fall würde das Medikament die Symptome und Ansteckungen anderer verhindern.

"Die Impfstoffe sind fantastisch. Bei den Medikamenten sind wir weit dahinter."
Professor Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

In der Kategorie Covid-19-Medikamente waren unter anderem bisher im Rennen:

  • Remdesivir, das auf die Viren-Vermehrung abzielt
  • Monoklonale Antikörper, Proteine, die die Körperabwehr unterstützen
  • Chloroquin, Malaria-Mittel

Keines dieser Mittel hat in großen Studien bisher überzeugen können, sagt Stefan Kluge.

Weiter forschen

Obwohl es diverse wirksame und zugelassene Impfstoffe gegen eine Covid-19-Erkrankung gibt, muss weiter geforscht werden, sagt Stefan Kluge. Denn nicht alle Menschen auf der Welt werden geimpft werden können.

Er ist optimistisch, dass es weitere Medikamente geben wird, aber: "Wir werden keines finden, dass zu allen Zeitpunkten und in allen Schweregraden die Sterblichkeit reduziert." Auch werde die Sterblichkeit bei Intensivpatientinnen und Intensivpatienten nicht von 30 auf 5 Prozent gesenkt werden können.

Insgesamt sterben unter den Covid-19-Intensivpatienten heute weniger als am Anfang der Pandemie.

Grafik über die Auslegung der Intensivbetten in Deutschland
© Statista
Grafik über die Auslegung der Intensivbetten in Deutschland