Manche decken sich mit Unmengen Klopapier ein und kaufen die Regale mit Desinfektionsmitteln leer. Die Angst vor dem neuen Coronavirus ist längst da. Doch wie können wir unser Zusammenleben gut gestalten und uns nicht von Panik treiben lassen? Der Psychotherapeut Jan Kalbitzer rät zum Realitätsabgleich und weniger Medienkonsum.

Grundsätzlich sei Angst erst einmal keine schlechte Reaktion, so der Psychotherapeut Jan Kalbitzer. Denn natürlich ist es wichtig, die Ausbreitung des neuen Coronavirus ernst zu nehmen, sich zu informieren und die Hygiene-Regeln einzuhalten. Doch in Panik verfallen, sei keine Lösung, so Jan Kalbitzer.

"Das Wichtige ist, nicht in Panik zu verfallen."
Jan Kalbitzer, Psychotherapeut

Auch die Medien sieht der Psychotherapeut in der Verantwortung. Wenn immer wieder Bilder von leeren Regalen auftauchen und die Rede von Hamsterkäufen ist, dann stecke das an. "Menschen orientieren sich an anderen Menschen", sagt Jan Kalbitzer.

Nicht alle reagieren panisch

Deshalb sei es wichtig, sich nicht an jenen zu orientieren, die die Regale im Supermarkt leer kaufen und in Panik ausbrechen. Wir sollten eher auf jene achten, die die Ruhe bewahren.

Zwischendurch immer mal wieder einen Realitätscheck machen, kann dabei helfen. Wie verhalten sich die anderen um mich herum? Kaufen alle Klopapier ohne Ende? Oder gibt es nicht noch ganz schön viele, die sinnvoll und pragmatisch handeln?

"Das Wichtigste ist der Realitätsabgleich mit den Menschen um einen herum."
Jan Kalbitzer, Psychotherapeut

Der Psychotherapeut wünscht sich, dass die Medien auch diejenigen zeigen, die jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Zum Beispiel Hausärzte, die nach kreativen Lösungen suchen, damit die Versorgung geregelt ist. Oder all die Menschen im Gesundheitssystem, die Überstunden machen. Auch das sei wichtig zu zeigen: Es bietet den Blick auf gelebte Gemeinschaft.

"Wir müssen anfangen, uns wieder mehr an die Gemeinschaft zu erinnern."
Jan Kalbitzer, Psychotherapeut

Jan Kalbitzer rät auch dazu, nicht zu häufig die Medien zu checken. Man sollte nicht permanent die Nachrichten überprüfen, rät der Psychotherapeut.

Information, aber auch Rückzug

Es ist sicherlich sinnvoll, sich morgens einmal auf den neuesten Stand zu bringen. Und dann noch einmal nachmittags oder abends. Aber eben nicht immer wieder den ganzen Tag. Es brauche auch eine Komfortzone: Sich einfach auf das Sofa setzen, Serien schauen und Eis essen – am besten gemeinsam mit anderen.

Natürlich müssen wir uns mit der Situation und den Gefahren vom neuen Coronavirus auseinandersetzen, so Jan Kalbitzer. Aber ebenso brauche es immer wieder Rückzug und Erholung, damit wir handlungsfähig bleiben.

Etwas komplizierter ist die Lage, wenn ihr Reisen und/oder Hotelzimmer gebucht habt. Was es hier zu beachten gibt, hat unter anderem die Verbraucherzentrale zusammengestellt.