Augen auf beim Online-Flirt: Laut Recherchen der Computerzeitung c't sind viele weibliche Nutzerprofile auf der Flirt-Plattform Lovoo gefakt.

Ähnlich wie beim Seitensprungportal Ashley Madison, das vor wenigen Wochen Schlagzeilen machte, sollen sich auch bei der deutschen Flirt-Plattform Lovoo jede Menge Fake-Profile tummeln - vorwiegend von angeblich weiblichen Nutzern. Das haben jedenfalls Recherchen der c't-Redaktion ergeben, der interne Dokumente zugespielt wurden: Darunter etwa der Email-Verkehr der Lovoo-Unternehmensleitung sowie Teile des Programmcodes.

Abzocke durch Flirt-Bots?

Kernerkenntnis: Bei Lovoo sind angeblich massiv gefakte weibliche Profile erstellt worden. Mit Sprachbausteinen wurde Nutzern eine Kontaktaufnahme vorgegaukelt, um sie dann - ähnlich wie im Fall Ashley Madison damals - dazu zu bringen, kostenpflichtige Premiumfunktionen freizuschalten.

"Das Ganze ist zumindest teilweise Abzocke und möglicherweise auch ein Fall für die Justiz."
Netzautor Michael Gessat über Fake-Vorwürfe gegen die Flirt-Plattform Lovoo

Auch wenn die c't-Autoren versucht haben, das ihnen zugespielte Material gegenzuchecken: Ob die Dokumente tatsächlich authentisch sind, ist nicht hundertprozentig sicher. Als die Journalisten Lovoo mit den Vorwürfen konfrontierten, verschwanden allerdings auffällig viele Profile auf einen Schlag: "Wie man in vielen Foren lesen konnte, brach manchen männlichen Lovoo-Nutzern die komplette Kontaktliste weg", berichtet DRadio-Wissen-Netzautor Michael Gessat.