Die Dark-Mode-Funktion bei Smartphones verspricht, schonender für unsere Augen und den Akku der Geräte zu sein. Aber ist das auch so? Wir haben uns den neuen Hype mal genauer erklären lassen.

Das grelle Licht eines Smartphone-Displays kann für unsere Augen je nach Situation recht unangenehm sein. Besonders spürbar ist das, wenn wir in einem dunklen Raum, das Display einschalten und von dem hellen und grellen Licht geblendet werden. Genau das soll die Dark-Mode-Einstellung verhindern. Die Funktion dreht die Darstellung im Prinzip um, sagt der App- und Webdesigner Frank Rausch. Statt schwarzem Text auf weißem Hintergrund steht hier weißer Text auf schwarzem Hintergrund.

"Beim Dark Mode geht es nicht um Schweinereien, sondern darum, dass man zum Beispiel weißen Text auf schwarzem Hintergrund hat, eigentlich eine invertierte Darstellung von dem, was man so gewohnt ist."
Frank Rausch, App- und Webdesigner

Gab es die Einstellungsmöglichkeit in der Vergangenheit schon bei einzelnen Apps, könne jetzt zentral im Betriebssystem auf Dark Mode umgestellt werden, sagt Frank. Doch das habe nicht unbedingt nur Vorteile, so der Webdesigner. Schon in den 80er-Jahren hätten Studien im Bereich der Computer-Forschung gezeigt, dass die invertierte Darstellung eigentlich nicht so gut lesbar sei. Weißer, leuchtender Text im Display könne dazu führen, dass der Text überstrahle und dadurch unschärfer werde. Ob der Dark Mode die Augen tatsächlich schone, sei wissenschaftlich auch nicht klar zu belegen, so der Fachmann.

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Bei der Nutzung im Dunkeln fühle sich der Dark Mode für die Augen aber tatsächlich angenehmer an. Bei hellerem Umgebungslicht sei jedoch die Positivdarstellung, also schwarzer Text auf weißem Hintergrund, besser für die Augen, meint Frank.

Schont den Akku moderner Displays

Es gebe aber durchaus Anwendungen für die der Dark Mode oder das Verdunkeln von Bedienelementen von Vorteil seien, sagt Frank. Zum Beispiel beim schnellen Fokus-Wechsel, so etwa bei Navigationsgeräten im Auto. Hier könne zu helles Licht im Display die Fahrer blenden, wenn sie kurz von der Straße aufs Navi blicken.

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Insgesamt hält der App- und Webdesigner den Dark Mode vor allem für ein nettes Gimmick. Lesbarkeit könne letzlich nur schwer gemessen werden und sei ein individuelles Empfinden. Den Hype führt er auch auf Science-Fiktion- oder Hackerfilme zurück, in denen Displays oft invertiert seien. Dadurch fühle sich der Dark Mode professioneller und futuristischer an.

"Ich hab ein bisschen den Verdacht, dass in Science-Fiction- oder Hackerfilmen, wo immer alles invertiert ist, da fühlt man sich auch gleich vielleicht ein bisschen professioneller oder mehr in der Zukunft, wenn man den Dark Mode benutzt."
Frank Rausch, App- und Webdesigner

Ein Vorteil, den der Dark Mode auf jeden Fall hat: Die Funktion schont den Akku. Allerdings nur bei Geräten mit der neusten OLED-Display-Technologie. Anders als bei alten Displays leuchtet hier jeder Bildpunkt einzeln. Je mehr davon leuchten, umso höher sei der Stromverbrauch, sagt Frank. Bei älteren Displays sei einzig die Stärke der eingestellten Hintergrundbeleuchtung für den Stromverbrauch ausschlaggebend.