Vor 75 Jahren ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. Für viele bedeutete das die Befreiung aus Verstecken und Konzentrationslagern. Für andere begann eine lange Kriegsgefangenschaft.

Seit Monaten bewegen sich alliierte Streitkräfte an allen Fronten auf die deutsche Hauptstadt Berlin zu. Was am 8. Mai 1945 mit der Kapitulation Deutschlands endgültig zu Ende ging, hatte sich in den Monaten zuvor schon angekündigt.

Vom Osten drang die Rote Armee vor, verbreitete auf ihrem Weg nach Berlin Angst und Schrecken bei der Bevölkerung. Die sowjetischen Soldaten plünderten und vergewaltigten mit ungeheurer Brutalität, als wollten sie an jedem einzelnen Deutschen Rache nehmen für mehr als 20 Millionen Tote, die die Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs zu beklagen hatte.

Nach sechs Jahren schweigen die Waffen

Im Westen waren schon im Frühjahr 1945 Teile des Reichsgebiets von den alliierten Truppen befreit und anschließend besetzt worden. Für Millionen Menschen begann an diesem Tag der Weg in eine ungewisse Zukunft.

Die einen wurden aus ihrer ostdeutschen Heimat vertrieben oder für Jahre in Kriegsgefangenschaft gesteckt. Für sie war der 8. Mai 1945 eine Kapitulation und ein Tag der Niederlage, die viele von ihnen ein Leben lang nicht verschmerzen konnten.

Andere jubelten, als sie US-amerikanische oder britische Soldaten sahen, die sie aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern befreiten. Mit ihnen kamen Tausende Geflüchtete aus ihren Verstecken heraus, in denen sie sich vor Polizei oder SS verborgen hatten. Für sie war der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung, den sie ein Leben lang mit der Dankbarkeit an ihre alliierten Befreier verbanden.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Den Historiker und Buchautor Volker Ullrich, der erläutert, was in den letzten acht Tagen des Dritten Reichs in Deutschland passiert ist.
  • Den Historiker Bjoern Weigel von der Kulturprojekte Berlin GmbH, der schildert, wie das Ende des Krieges in der Hauptstadt Berlin er- und überlebt wurde.
  • Den Jenaer Historiker Norbert Frei, der zurückblickt auf den Umgang der Deutschen mit ihrer jüngsten Vergangenheit während der NS-Zeit.
  • Den Historiker Harald Schmid von der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten über NS-Regime und SED-Diktatur.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld, der beschreibt, wie sich das Ende des Zweiten Weltkriegs und die deutsche Niederlage schon länger abzeichneten.