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Es ist Sommer. Und es sind Ferien. Diese Kombination ermöglicht vielen Menschen, endlich wieder zu lesen, in Büchern. Oder auch in Comics. Ein besonders schönes, dickes und buntes Exemplar legt euch Lydia Herms ans Herz.

Große Pause in der Tamara-Bunke-Schule in Ostberlin. Die Mädchen spielen Himmel-und-Hölle, die Jungs stecken die Köpfe zusammen und starren auf ein piepsendes Gerät mit Minibildschirm, ein sogenanntes Telespiel. Mitten auf dem Hof jagt sich eine Gruppe von sechs, sieben Schülern um eine Tischtennisplatte und sie haben sichtlich Spaß dabei. Mirco spielt nicht mit. Mirco liest ein Buch. Mirco ist ein Außenseiter.

Er ist nämlich ziemlich klein, ziemlich ängstlich, und ziemlich bebrillt. Das macht ihn im Sportunterricht zu einem Risikofaktor, aber auch zu einem ziemlich tollen Helden im neuen Comic des Zeichners Markus Witzel, besser bekannt unter dem Künstlerkürzel mawil.

Eine Ostberliner Kindheit

"Kinderland" heißt seine fast 300 Seiten starke autobiografisch angelegte Schilderung einer Ostberliner Kindheit. Kästchen für Kästchen begleiten wir Mirco Watzke durch den Spätsommer 1989. Von der spitzen Milchtüte, über die Schulspeise namens Tote Oma, bis hin zum wöchentlichen Sirenenalarm - mawil hat an vieles gedacht, und alles gezeichnet, mit der Hand. Jede Sprechblase und jedes Onomatopoetikon, also jedes "Schlack", jedes "Möööb" und jedes "Zinng".

Lydia Herms ist sich sicher: "Kinderland" ist das perfekte Buch für den Moment, in dem du mehr brauchst, als ein lustiges Taschenbuch.