Frieder und Höppner sind zwei Halbstarke, kurz vor dem Absprung ins harte Leben, schon jetzt auf sich allein gestellt. Der eine jobbt auf einer Hühnerfarm, der andere war schon in der Klapse. Ein Ringen um Glück, erzählt im Roman "Auerhaus" von Bov Bjerg.

Höppner Hühnerknecht weiß mit seinen knapp 18 Jahren noch nicht so übermäßig viel vom Leben, aber eins weiß er: In die Klapse will er nie wieder. Genau genommen war er noch nie drin. Jedenfalls nicht als Verrückter, so wie Frieder. Höppner war nur zu Besuch da, und das war schlimm genug.

Höppner und Frieder kennen sich seit der Fünften. Demnächst steht das Abi an. Für Frieder sollte das kein Problem sein, denn er ist superklug. Sterben wollte er trotzdem. Er hat Schlaftabletten geschluckt und mit Wein heruntergespült.

Die Gespräche drehen sich im Kreis

"Auerhaus" von Bov Bjerg erzählt die Geschichte einer Freundschaft in einem Haus mitten in einem Dorf, wo jeder jeden kennt und beobachtet und verurteilt. Frieder und Höppner sind zwei Halbstarke, kurz vor dem Absprung ins harte Leben, schon jetzt auf sich allein gestellt. Neben der Schule jobbt Höppner auf der Hühnerfarm, deswegen sein Spitzname. Eine Zeit lang geht alles gut.

Plötzlich taucht Harry auf, Elektrikerlehrling, der aus irgendeinem Grund nicht mehr nach Hause will oder kann. Und Pauline, die Frieder und Höppner in der Klinik kennengelernt haben, und die wahrscheinlich die schönste Frau der Welt ist.

Irgendwie ist irgendwann nicht mehr alles gut. Die Gespräche drehen sich im Kreis. In einer Spirale, sagt Frieder. Eines Nachts wacht Höppner auf und schlurft zum Klo, da sieht er Frieder in der Küche sitzen. Er dreht sich um zu Höppner und sagt: "Wenn ich es nochmal mache, kannst du nichts dafür."

Der Autor

Bov Bjerg, geboren 1965, lebt in Berlin. Seine Kurzgeschichte "Howyadoin" erhielt 2004 den MDR-Literaturpreis. 2008 erschien sein Debüt "Deadline". Sein zweiter Roman "Auerhaus" fand großen Anklang bei Kritik und Publikum.