Die einzige frei auf einer Insel lebende Bisonherde der Welt ist auf Catalina Island zu finden. Die Insel liegt im Pazifik, 35 Kilometer südwestlich von Los Angeles. Die Bisons verdanken ihre Existenz dem Filmgeschäft. Über die Gründe weiß der Deutschlandfunk-Nova-Zoologe Mario Ludwig Bescheid. 

Mit dem Film "The Vanishing American" kamen die Bisons

1924 wurde auf Catalina Island ein Western mit dem Titel "The Vanishing American" gedreht. Und für diesen Film wurden Bisons benötigt. Tatsächlich schaffte man dann mit großem finanziellem Aufwand 14 Bisons nach Catalina Island. Als im Jahr darauf "The Vanishing American" in die Kinos kam, war allerdings von den Bisons nichts zu sehen – die Szene mit den Büffeln war schlicht gestrichen worden. Die 14 Bisons blieben jedoch auf der Insel – angeblich gab das Budget des Films es nicht her, die Tiere wieder in ihre Heimat zurückzubringen. 

Erstaunlicherweise wurden bis 1996 noch 59 weitere Bisons aus den Great Plains nach Catalina Island importiert, um den Genpool der Herde zu vergrößern und Inzucht zu vermeiden. Bis 1987 war die Herde dann tatsächlich auf 524 Exemplare angestiegen. Mit über 500 Bisons war die Zahl der Tiere für die kleine Insel dann aber einfach zu groß.

Mehr als 150 Bisons sollen nicht auf der Insel leben 

Die Bisons verdichteten den Boden und zerstörten durch Fraß die Vegetation. Die NGO "Catalina Island Conservancy", die sich um die Erhaltung der Natur und um das Wohl der Bisons kümmert, gab schließlich eine Studie in Auftrag. Diese Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine Herdengröße von 150 Bisons keinen negativen Einfluss auf das sensible Ökosystem der Insel hat. Und so wurden insgesamt über 2.000 Tiere zurück in ihre Heimat - die Great Plains – überführt. 

Geburtenkontrolle bei Bisons

Alle Tiere von der Insel zu entfernen, stand auf Catalina Island nie zur Debatte. Die Inselbisons sind nämlich mittlerweile zu einer großen Touristenattraktion und damit auch zu einer Einnahmequelle geworden. Seit 2009 gibt es dort eine Art Bison-Geburtenkontrolle, sodass die Bisonkühe deutlich weniger Kälber zur Welt bringen. Der Bisongesamtbestand kann auf diese Weise bei rund 150 Tieren gehalten werden. Nicht alle Bisons von Catalina Island sind reine Bisons. Biologen kamen zu der Erkenntnis, dass 45 Prozent der Tiere in ihrem Erbgut auch Genmaterial von Hauskühen tragen. Ganz offensichtlich ist es also auf Catalina Island relativ häufig zu Paarungen zwischen wilden Büffeln und Hausrindern gekommen. 

Warum Catalina Island so ein beliebter Drehort ist

Bereits Stummfilme wie "Die 10 Gebote" und "Ben Hur" entstanden hier. Es folgten Blockbuster wie "Meuterei auf der Bounty", "Rosemarys Baby" und der "Weiße Hai". In jüngerer Vergangenheit wurden auf der Insel dann unter anderem   "Waterworld", "Apollo 13" und  "Pearl Harbour" gedreht. 

Zum einen verfügt die Insel, die der Größe nach dem Stadtgebiet von Stuttgart entspricht (194,2 km²) über Traumstände und eine äußerst  beeindruckende Natur und erfüllt damit die idealen Voraussetzungen für eine Filmkulisse. Zum anderen ist Catalina Island gerade mal einen Katzensprung von den großen Studios in Hollywood entfernt.