Manche Tiere sterben auf eine Weise: Das könnt ihr euch nicht ausdenken! Wie der McFlurry-Igel auf dem Bild, der wohl erstickt sein mag, vielleicht ist er auch verhungert. Es ist eine von vielen Geschichten, die eine Ausstellung des Naturhistorischen Museums in Rotterdam erzählt.  

1995 entstand die Idee zur Ausstellung "Tote Tiere mit einer Geschichte". Das kam so: Der Kurator des Naturhistorischen Museums Kees Moliker beobachtete, wie eine männliche Ente gegen sein Bürofenster flog und sich das Genick brach. Das Tier fiel tot zu Boden. Sofort kam ein weiterer Erpel und verging sich an ihm. 75 Minuten lang! 

Das erste Opfer homosexueller Nekrophilie bei Stockenten. Eine Schenkung von Kees Moeliker (NMR 9989-000232).
Das mutmaßlich erste Opfer homosexueller Nekrophilie bei Stockenten

Kees Moliker schlussfolgerte, "den ersten Fall homosexueller Nekrophilie bei Stockenten" beobachtet zu haben und publizierte eine entsprechende Studie, für die er 2003 sogar mit dem IG Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Inzwischen sind sehr viele Exponate zur Sammlung hinzugekommen. Auch aus Deutschland. Aus Stuttgart kommt die mumifizierte Fledermaus, die 2012 in Cornflakes gefunden wurde. 

Vögel sterben gerne ungewöhnlich

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt bei Vögeln. Zwei besondere Geschichten stecken hinter den Leichen von zwei Spatzen. Ein Spatz wurde 1939 von einem Kricketball getroffen und getötet - ein anderer war 2005 in eine Halle geflogen, in der RTL den Dominoday vorbereitet hatte. Vier Millionen Dominosteine sollten dort am nächsten Tag umkippen - der Spatz hatte aber schon vorzeitig 23.000 Dominosteine zu Fall gebracht, woraufhin er von einem Mitarbeiter mit einem Luftgewehr erschossen wurde. 

Der Mitarbeiter erhielt Morddrohungen, der tote Spatz kam in die Spatzenabteilung des Rotterdamer Museums.
Biologe Mario Ludwig über die speziellen Todesfälle von Tieren

Das neueste Tierexponat kommt aus der Schweiz. Im weltgrößten Teilchenbeschleuniger in Cern war ein Steinmarder unbemerkt in die unterirdische Riesenanlage eingedrungen und hatte einen Kurzschluss verursacht, weil er in ein Stromkabel einer 66-Kilovolt-Transformator-Anlage gebissen hatte. 

Toter Marder. Er biss in ein Kabel im Teilchenbeschleuniger in Cern. Teile sind verkohlt. Katalognummer: NMR 9990-003507)
Toter Steinmarder aus dem Teilchenbeschleuniger in Cern

Der Teilchenbeschleuniger musste daraufhin für einige Tage aus Sicherheitsgründen stillgelegt werden. Das Rotterdamer Museum sicherte sich sofort die Marderleiche, die nach Aussagen von Zeugen zumindest teilweise ziemlich verkohlt war.