Was wir alleine nicht schaffen, das machen wir einfach zusammen - nach diesem Prinzip jagen Honigdachs, Riesenschildkröte, Muräne und Barsch gemeinsam mit anderen Tieren.

Der Honiganzeiger ist eine Spechtart aus Afrika, der, wie sein Name schon sagt, dem Honigdachs den Weg zu Bienennestern weist. Was für ein altruistischer Zeitgenosse, könnte man denken. Aber ganz uneigennützig ist das nicht. Die Lieblingsspeise des Honiganzeigers sind nämlich Bienenlarven.

Nun ist der Honiganzeiger nicht in der Lage mit seinem Schnabel die Nester aufzuknacken. Und da kommt der Honigdachs ins Spiel: Mit seinen langen Krallen öffnet er die Nester, um sich am Honig zu verköstigen. Deshalb hat es sich der Honiganzeiger sich zur Aufgabe gemacht, Honigdachsen den Weg zu Bienennestern zu weisen: Der Dachs ist sein Nest-Knacker.

"Mit Flossenwackeln macht der Leopard-Forellenbarsch die Muräne auf sich aufmerksam. Und mit einem gezielten Kopfstand zeigt er der Muräne die Richtung an, in der sich die Beute verkrochen hat."
Mario Ludwig, DRadio-Wissen-Tierexperte

Der Leopard-Forellenbarsch jagt gerne kleine Fische durch die Riffe. Wenn sie sich aber in den Spalten verstecken, ist er machtlos. Dann kann er nur noch eine Muräne zu Hilfe rufen. Dafür hat er ein ganzes Repertoire an Gesten und Signalen - ein bisschen mit den Flossen wackeln und einen Kopfstand machen reicht aus, damit die Muräne weiß, was zu tun ist.

Die Muränen sind kleiner und schmaler und können sich durch enge Passagen eines Riffs schlängeln oder durch Spalte zwängen. Sie treiben die Beutefische aus ihren Verstecken direkt auf den Leopard-Forellenbarsch zu. Wenn die Beute mal in die andere Richtung davon zu schwimmen versucht, macht einfach die Muräne das Maul auf und hat auch etwas von der gemeinsamen Jagdaktion mit dem Barsch.

Die furchtlosen Honigdachse knacken nicht nur Bienennester

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