Serien, Videos und Co. auf dem Fernseher streamen, ist mit einer Smart-TV-Box kein Problem. Forschende der Princeton University und der University of Chicago haben die Smart-TV-Boxen von Amazon und Roku untersucht und herausgefunden: Sie fangen etliche Nutzerdaten ab.

89 Prozent der Kanäle der Smart-TV-Box von Amazon und 69 Prozent der Kanäle der Box des US-Unternehmens Roku, auf der zum Beispiel auch der Sky-Ticket-TV-Stick basiert, tracken unser Nutzerverhalten - so die Untersuchung.

Sie nehmen bei jeder Transaktion des Users, bei jedem angeschauten Film oder Clip, Kontakt zu etlichen Netzwerken auf. Die bekanntesten unter ihnen sind Google oder Facebook. Erkennbar wird das Tracking durch personalisierte Werbeanzeigen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat.

Datenkrake mit Bot untersucht

Um das Datensammeln durch die Smart-TV-Boxen zu analysieren, haben die Forschenden einen Bot programmiert, der sich auf den tausend beliebtesten Kanälen angemeldet hat. Der Bot zappte durch die Programme und blieb für jeweils ein paar Minuten auf einem Kanal: von Nachrichten über Lifestyle-Angebote bis hin zu Sportsendungen.

"Die Smart-TV-Boxen nehmen offenbar bei jeder Transaktion der User, bei jedem angeschauten Film oder Clip, Kontakt mit zig Netzwerken auf – vor allem natürlich zu Werbenetzwerken."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Währenddessen haben die Forschenden den Netzverkehr untersucht und protokolliert, wie oft eine Kontaktaufnahme zu Werbenetzwerken stattfand, um zum Beispiel Userdaten an diese weiterzuleiten. Die Trackingseiten haben unter anderen den Standort der Smart-TV-Boxen, Gerätenummern und Mac-Adressen erfassen können, außerdem auch die Titel der gestreamten Videos und WLan-Kennungen.

Einschränkung von Datentracking in Smart-TV-Boxen ist nur begrenzt möglich

Um die Weitergabe der Nutzerdaten zu unterbinden, gibt es eine "Privacy Option" in den Smart-TV-Boxen von Amazon und Roku. Ist diese Option aktiv, soll die "Ad-ID" nicht an Dritte kommuniziert werden. Werbeanbieter können aufgrund dieser Werbe-Identifikationsnummern Anzeigen zum Beispiel in Smart-TV-Apps personalisieren.

Laut den Forschenden ist das allerdings nur wenig effektiv. Denn: Das Übertragen von individuellen Nutzerdaten ist über weitere Identifier und Merkmale möglich, die in den Smart-TV-Boxen verbaut sind.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat schlägt als mögliche Vorbeugungsmaßnahme für den Nutzer daher den Weg über den eigenen Router vor: Als Schnittstelle zum Netz können hier Werbenetzwerke mithilfe von Filtern geblockt werden.