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In den USA eskaliert der Streit zwischen den Tech-Giganten Apple und Facebook. Der Grund: Apple will die Datenschutzbestimmungen verschärfen – und das Tracken erschweren. Zumindest für externe Konzerne.

Aus Sicht der Nutzenden klingt das erst mal super: Apple will neue Datenschutzrichtlinien umsetzen. So müssen Userinnen und User in Zukunft gefragt werden, ob ein App-Betreiber für Werbezwecke ihr Nutzungsverhalten verfolgen darf. Das findet vor allem Facebook so nicht gut.

Bei dem Streit zwischen Apple und Facebook geht es vor allem um Geld. Denn der Social-Netzwork-Riese sieht in der Politik von Apple offensichtlich eine Gefahr für das eigene Geschäftsmodell. Das beruht auf gläsernen Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern, die besonders für die Werbeindustrie attraktiv sind. Denn das Unternehmen verdient sein Geld damit, Werbekunden passgenaue Zielgruppen anzubieten.

Aktive Zustimmung zum Tracking

Wenn Facebook demnächst vorher nachfragen muss, ob jemand getrackt werden darf, könnte die Antwort ziemlich häufig "Nein" heißen. Damit erschwert es Apple anderen Unternehmen, Nutzende zu identifizieren.

Bei früheren Versionen des iPhones konnten Werbetreibende einfach die Identifikationsnummer der Smartphones auslesen, die sogenannte Geräte-ID. Wer einmal identifiziert war, konnte im Prinzip bei allen Netzaktivitäten getrackt werden. Website für Website. Dann hat Apple diesen Zugriff verweigert. Zeitgleich aber wurde eine spezielle Werbe ID eingeführt. Die IDFA, kurz für Identifier for Advertisers. Die wird jedem Gerät zufällig zugewiesen, um Daten über das Nutzungsverhalten zu sammeln. Und zwar ohne vorherige Zustimmung der Nutzenden.

Wer nicht getrackt werden wollte, musste selbst aktiv werden und den Zugang in den Einstellungen verbieten. Diese Funktion haben nur wenige genutzt. Ab Anfang 2021 soll genau das anders laufen. Ab dann müssen App-Anbieter aktiv nachfragen, ob sie die IDFA verwenden dürfen. Dann ist zu erwarten, dass deutlich mehr Menschen den Zugang zu ihren Daten verweigern.

Vorteile nur für Apple

Klingt so, als würde Apple in Zukunft besonders viel Wert auf Datenschutz legen. Es gibt aber auch Kritik an dem Vorgehen. Zum einen sei die Aufforderung zu negativ formuliert. In der Abfrage hätte auch stehen sollen, dass App-Betreiber auf Werbung angewiesen sind, um ihre Dienste kostengünstig oder kostenlos anzubieten. Zum anderen würde Apple aus rein egoistischen Motiven handeln. Denn für die eigenen Werbenetzwerke gelten die Regeln nicht. Da ist die Zustimmung zur Werbung wieder voreingestellt.

Wie groß der Markt ist, um den Apple und Facebook da gerade kämpfen, lässt sich schwer sagen. Es geht um mehrere Milliarden US-Dollar, schätzt Netzreporter Andreas Noll. Werbung auf Smartphones mache inzwischen mehr als zwei Drittel des gesamten Internet-Werbemarktes aus.