Verspielt und erfolgreich: Das ist Google. Seit dem Siegeszug der Suchmaschine Ende der 90er nutzen sie allein in Europa 90 Prozent aller User. Einer der Gründe für diesen Erfolg ist, dass das Unternehmen von Anfang an auf unseren Spieltrieb setzte, erklärt die Kognitionsforscherin Cheryce von Xylander in ihrem Vortrag über die Google-Philosophie.

Einer der Erfolgsgründe ist der Spieltrieb, auf den Google von Anfang an gesetzt hat. Der erste Google-Server 1998 war schon von Lego-Bauteilen umfasst und auch heute noch erkennen wir die bunten Legofarben im Schriftzug des Unternehmens, wenn wir mal wieder zum xten Mal am Tag die Seite aufrufen. Nahezu täglich finden wir dort auch andere bunte Elemente, die uns mal ästhetisch still, mal auf- und abhüpfend unterhalten sollen. 

Die Philosophie des Silicon Valley

Beim Auftritt der technischen Plattform Google spielen die Geisteswissenschaften eine übergeordnete Rolle. Die US-amerikanische Kognitionsforscherin Cheryce von Xylander arbeitet in ihrem Vortrag heraus, dass in den Staaten keine strikte Trennung zwischen Geistes- und Naturwissenschaften bestehe wie in Deutschland. 

Diese offene Denkweise sei besonders tief in dem Unternehmen Google verankert. Obwohl im Silicon Valley aus der Taufe gehoben, müssen - egal an welchen Standort - alle Google-Beschäftigten permanent zusammenarbeiten. Die Vorstellung, dass bei Google beispielsweise die Programmierer nur programmieren, stimme so nicht:

"Es wäre unüblich, in dieser Scientific Community soziale, technische und natürliche Informationsträger als abgetrennte Domänen zu betrachten."
Cheryce von Xylander, Kognitionswissenschaftlerin

Sobald ein Problem in der Google-Welt auftrete, müssten sich alle Mitarbeiter an einen Tisch setzen, unabhängig davon, in welcher Abteilung des Konzerns sie tätig sind und welche Ausbildung sie absolviert hätten. Alle Grenzen seien aufgehoben, Teamwork habe stets oberste Priorität.

Anthroposophie als Erfolgsrezept

Die Wissenschaftlerin führt den Erfolg von Google sogar auf einen geisteswissenschaftlichen, weniger auf einen technischen Ansatz zurück: Hinter dem Erfolg des Suchmaschinen-Giganten stecke ein anthroposophischer Grundgedanke, zu dem eben auch der Spieltrieb des Menschen gehöre.

Das Unternehmen selbst gehe in den eigenen Reihen mit dieser Maxime voran: Google-Mitarbeiter dürfen sich in 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Dingen beschäftigen, die sie persönlich interessieren. 

Den Vortrag  "Google und der Spieltrieb" hat Cheryce Xylander am 31. Januar 2018 an der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gehalten.