Debra Barraud ist Niederländerin. Für ihr Blog "Humans of Amsterdam" zieht sie regelmäßig durch die Straßen ihrer Stadt und porträtiert die Menschen, die ihr dort begegnen. Im Interview erzählt sie, warum sie nichts von der strategischen Stimmabgabe hält und was die Menschen in ihrem Amsterdam rund um die Wahlen bewegt.

Auf "Humans of Amsterdam" porträtiert Debra die Menschen in ihrer Stadt Amsterdam. Sie macht ein Foto von ihnen und erzählt eine kurze Geschichte, die diese Menschen über sich preisgeben wollen - ähnlich wie auf dem Blog "Humans of New York". Das kann die Geschichte eines syrischen Flüchtlings sein:

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Oder die Geschichte eines Paares: 

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Manche Geschichten sind sehr emotional, wie zum Beispiel, die dieses Mannes, der Debra von seinem nicht anwesenden Vater und seiner eigenen Drogensucht erzählt. Andere Geschichten beeindrucken, wie die dieser Frau, die mit ihrem Motorrad allein einmal quer durch Indien gefahren ist.

Auf ihrer Suche nach Menschen und Geschichten in Amsterdam ist Debra ganz nah an der Stimmung in ihrer Stadt dran. Sie erzählt, dass sie für Humans of Amsterdam mit Flüchtlingen gesprochen hat, die im Vorfeld der Wahlen in den Niederlanden Angst hatten, dass sie danach vielleicht das Land verlassen müssen. Andere Amsterdamer haben die Hoffnung geäußert, dass die Niederlande auch nach der Wahl Teil der EU bleiben und sich nicht wie Großbritannien davon abspalten. Debra weiß aber auch, dass die Meinung der Menschen in ihrer Stadt nicht exemplarisch für die Niederlande ist: "Amsterdam ist eher eine linke Stadt."

"Dieses Jahr stehen besonders viele Parteien zur Wahl, darum ist es noch schwerer zu entscheiden, wen man wählen soll."
Debra Barraud

Debra erklärt, dass es vor diesen Parlamentswahlen besonders hart war, sich für eine Partei zu entscheiden - immerhin stehen 28 zur Auswahl. Von strategischem Wahlverhalten hält Debra nicht viel. Darum hat sie ihre Stimme für diejenigen abgegeben, von denen sie überzeugt war. "Und ich glaube an eine Welt, in der wir alle zusammenleben können."

Eine Stimme für ihre Überzeugung

Ihr Eindruck ist, dass die Debatten rund um die Wahlen in den Niederlanden die Menschen dazu ermutigt haben, für ihre Meinung einzustehen und überhaupt wählen zu gehen. Das wurde am Wahltag selbst deutlich: Über 80 Prozent der Niederländer sollen ihre Stimme abgegeben haben. 2012 waren es deutlich weniger. Debra hat das Gefühl, dass die Menschen in ihrem Umfeld, glücklich sind, gerade weil sie wählen durften.

"Die Leute nehmen aktiver an der Wahl teil, weil wir wissen, dass wir Teil dieser Gesellschaft sein müssen."
Debra Barraud