Erst haben sie nur diskutiert, dann eine Partei gegründet, nun treten sie an zur Europawahl: Das Team von "Demokratie Direkt" ist jung und will vieles anders machen. Was genau, das hat uns Christian Rombeck erzählt.

Grafik zur Europawahl

Mehr direkte Demokratie in Europa funktioniert für Christian Rombeck so: Alle sollen mitmachen und mitreden dürfen - und zwar über ein Online-Forum. Über Entscheidungen, die in Europa anstehen, wird untereinander diskutiert. Ideen können im Forum eingebracht werden. Und die Abgeordneten der Partei bringen diese Ideen und Entscheidungen aus dem Online-Forum dann ins Parlament.

"Dass wir alle Entscheidungen, die in der Europäischen Union anstehen, in unser Online-Forum laden und in unsere App - und damit erstmal für alle Menschen transparent machen."
Christian Rombeck, Demokratie Direkt

Demokratie Direkt wurde als Partei im Dezember 2018 in Erfurt gegründet - zunächst von einer Gruppe Studierenden. Christian Rombeck ist Gründungsmitglied. Und seine neugegründete Partei ist mit Wahllisten für alle Bundesländer offiziell zur Europawahl am 26. Mai zugelassen.

Partei als "neutrales Medium"

Ein Parteiprogramm mit politischen Inhalten - also Themenschwerpunkten - hat die Partei nicht. Das sei auch so gewollt, sagt Christian Rombeck. "Wir möchten ganz bewusst keine Inhalte vorgeben, sondern sagen, wir sind erstmal als Partei neutral." Als Kontrollinstanz diene letztlich die Bevölkerung, die die wichtigen und richtigen Themen ins Parlament einbringe, meint er.

"Der Mehrwert liegt für uns darin, dass die Menschen wieder das Gefühl haben, politisch zu partizipieren."
Christian Rombeck, Demokratie Direkt

Die persönliche politische Meinung, so Christian Rombeck, sei nicht mehr wert als die der anderen Bürgerinnen und Bürger - und darum stehe sie hinten an. "Unsere Gewissensfreiheit ist es, den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger im Parlament zu spiegeln", sagt er. Das sei der richtige Weg, um Politikverdrossenheit zu bekämpfen. Christian Rombeck glaubt, dass die Menschen durchaus in der Lage seien, auch schwierige politische Entscheidungen zu verstehen oder sich zumindest eine Meinung darüber zu bilden. Angst vor möglichen Fehlentscheidungen hat er nicht: "Die Leute, die es sowieso nicht interessiert, die stimmen auch nicht ab."