Noch schnell das Maishuhn für den Zweiten Weihnachtstag kaufen oder die letzten Geschenke vor 13 oder 14 Uhr? Das ist in diesem Jahr nicht ganz so selbstverständlich wie sonst. Denn Heiligabend fällt auf einen Sonntag.

Ladenöffnungszeiten sind seit elf Jahren Ländersache. Davor gab es das Bundesladenschlussgesetz. Damit ist jetzt Schluss. Jetzt gibt es 16 Ladenöffnungsgesetze. Und damit ist alles ziemlich offen - im Sinne von unklar. 

Nicht einheitlich geöffnet oder geschlossen 

In vielen Bundesländern dürfen die Geschäfte nur drei Stunden geöffnet haben. In anderen dagegen auch länger ihre Kunden bedienen. In Berlin und Brandenburg zum Beispiel geht zwischen 7 und 14 Uhr alles. Gar nichts geht dagegen in Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Denn dort bleiben die Geschäfte komplett zu. Für uns heißt das: Keine Ahnung, wo und was wir an Heiligabend überhaupt kaufen können. 

Denn es gibt in vielen Bundesländern die Möglichkeit, zu öffnen. Aber wer mitmacht und wer nicht – darüber hat kaum jemand den Überblick. Allerdings ist in fast allen Landesgesetzen festgelegt, dass nur Geschäfte aufmachen dürfen, die vorwiegend Nahrungs- und Genussmittel anbieten.

Das würde am 24. Dezember bedeuten: keine Klamotten für den besonderen Auftritt beim Weihnachtsessen, keine Technik als Last-minute-Geschenk. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs schätzt, dass die Ladenbesitzer, die unbedingt aufmachen wollen, ihr Sortiment dann im Sinne des Gesetzes definieren. Allerdings müssen sie dann aber auch noch ihre Mitarbeiter überzeugen, am 24. zu arbeiten. 

Verschiedene Meinungen

Neben den verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen gibt es natürlich auch verschiedene Meinungen in dieser Sache. Die Kirchen und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben sich schon dagegen ausgesprochen. Auch Aldi Nord und Aldi Süd haben sich schon gegen eine Öffnung positioniert, denn die Unternehmer denken hier im Sinne der Mitarbeiter: 

"Am Heiligabend denken wir hier vor allem an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach einer langen, intensiven Woche in Ruhe das Weihnachtsfest begehen sollen.“
Florian Scholbeck, Kommunikationschef Aldi Nord

Anders argumentiert der HDE – der Handelsverband Deutschland - der sich für die Öffnung ausspricht. Hier lautet das Argument, dass die, die ebenfalls viel – gerade auch in Randzeiten arbeiten müssten – kaum Zeit hätten, ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen. 

"Gerade für diejenigen, die auch eine lange Arbeitswoche haben, kann es ein Beitrag zur Entspannung sein für das Fest."
Kai Falk vom HDE über die Vorteile einer Öffnung auch an Heiligabend

Der letzte 24. Dezember, der auf einen Sonntag fiel, war im Jahr 2006. Und das nächste Mal ist es 2023 so weit.