"Frauen müssen versuchen, ihre Ziele zu verwirklichen, so wie Männer es getan haben. Falls sie scheitern, sollte ihr Misserfolg eine Herausforderung für andere sein". Das sind die Worte von Amelia Earhart, Flugpionierin der 1920er und 30er Jahre. Ihr letzter Rekordflug endete im Ungewissen.

Die Amerikanerin Amelia Earhart ist 1937 bereits eine Heldin in den USA. Als erste Frau hat sie 1928 den Atlantik mit einem Flugzeug überquert, allerdings nur als Passagierin. Doch das allein reichte, um sie berühmt zu machen. Denn damals war die Überquerung des Atlantik in einem Flugzeug das, was 1969 die Mondlandung war. Amelia Earhart wurde gefeiert wie eine Heldin - und erhielt sogar mehr Aufmerksamkeit als der damalige Pilot.

"Hat sich bitter darüber beschwert hinterher, dass sie wie ein Sack Kartoffeln über den Atlantik geflogen ist und hat gesagt, ich hoffe, dass ich das irgendwann mal selbst machen kann."
Professor Norbert Finzsch von der Uni Köln über Amelia Earhart

Sie wäre nicht Amelia Earhart, wenn sie ihren Worten nicht hätte Taten folgen lassen. 1932 fliegt sie als erste Pilotin alleine und non-stop über den Atlantik. Nur einer von vielen Rekorden, die sie in dieser Zeit aufstellt. Wo auch immer die junge Frau landet, jubeln ihr die Menschen zu und stehen Kameras parat. Sie ist ein wahrer Medienstar, dabei ist sie - gemessen an den Idealen der damaligen Zeit - wahrscheinlich nicht mal besonders attraktiv. Hager mit Sommersprossen auf der Nase, einem kantigen Gesicht, naturkrausem Bubikopf und einer Zahnlücke. Und weil sie damit optisch dem Flugpionier Charles Lindberg so ähnlich sieht, bekommt sie den Spitznamen "Lady Lindy".

Der letzte große Flug

Als sie 1936 ihr letztes großes Flugprojekt ankündigt, neigt sich die große Zeit der Flugpioniere fast dem Ende zu. Alle großen Strecken sind bereits geflogen, alle Rekorde aufgestellt. Aber Amelia Earhart will es noch einmal wissen. Sie will einmal entlang des Äquators fliegen und damit die Welt umrunden. Startpunkt ist Miami. Am 1. Juni 1937 steigt sie in den frühen Morgenstunden zusammen mit Fred Noonan in ihr Flugzeug, um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Einen Monat später, am 01. Juli 1937 erreichen die beiden Papua Neuguinea. Ein Drittel der Strecke haben sie da bereits hinter sich. Der schwierigste und gefährlichste Teil liegt allerdings noch vor ihnen. Drei Tage haben sie dafür eingerechnet. Dann wollen sie an der Ostküste der USA ihre Reise beenden. Den Aufbruch zur letzten, historischen Etappe halten Kamerateams fest. Es sollen die letzten Bilder von Amelia Earhart sein...

Ein pixeliges, gelbes Bild auf dem ein heller Streifen zu sehen ist, daneben ein Schatten.
© dpa
2013 wurde erneut der Versuch unternommen, die Absturzstelle zu finden. Das sind Bilder eines Sonargeräts, auf denen vermutlich Wrackteile von Amelia Earharts Flugzeug zu sehen sind.