Er war der erste Sommer-Blockbuster überhaupt und machte Steven Spielberg zum Erfolgs-Regisseur: "Der Weiße Hai" - im Original "Jaws" - erschien 1975 und hat rund 470 Millionen Dollar eingespielt. Ein Filmklassiker, der Filmgeschichte schrieb und eine wahre Hai-Hysterie auslöste.

Der Weiße Hai ist ein Filmklassiker - da sind sich die Kritiker zumindest heute einig. Während der Dreharbeiten sah es allerdings nicht so aus, als ob da ein Hit entstünde: Der mechanische Hai-Roboter, liebevoll "Bruce" genannt, soff mehrfach ab. Und auch die Arbeit auf dem offenen Meer gestaltete sich schwierig.

Der Hai bockt

Hauptdarsteller Richard Dreyfuss erinnert sich: "Auf der ganzen Insel waren Funkgeräte. Jeden Tag hörte man: Der Hai funktioniert nicht! Der Hai funktioniert nicht!"

"Man baute gleich mehrere extrem teure Haimodelle, die alle versagten. Spielberg musste an vielen Stellen umdenken. Vielleicht führte genau das zur Genialität des Films."
Hendrik Efert, Film-Journalist

Trotz aller Widerstände entstand ein Meisterwerk. Der Weiße Hai war der erste Sommer-Blockbuster überhaupt - denn bis zu diesem Erfolg galt der Sommer in filmischer Hinsicht als Saure-Gurken-Zeit. Und von Piranhas, über Alligator bis zu Sharknado lebt "Der Weiße Hai" bis heute im Trashfilmgenre weiter.

Klug kalkuliert

Auch wenn niemand mit einem solchen Erfolg gerechnet hatte - ganz zufällig kam das trotzdem nicht: Rund zwei Millionen Dollar steckte man in das Marketing. Zum Startwochenende des Films gab es eine große Fernsehkampagne. Und: "Das war eigentlich ein wahnsinniges Unterfangen zu sagen, gerade im Sommer können wir den Leuten das Kino schmackhaft machen", sagt Wieland Schwanebeck, Anglist an der TU Dresden und Herausgeber von "Der Weiße Hai revisited". Es kam zu langen Schlangen vor den Kinos. Genau was man wollte.

Mit "Der Weiße Hai" begann, wenn auch zaghaft, die Merchandise-Maschine in Hollywood zu arbeiten. Kinder und Jugendliche trugen ihr Taschengeld ins Kino und kauften sich noch alle möglichen Star-Artikel dazu. Der wahre Erfolg des Films, sagt Schwanebeck, liegt aber in seiner Qualität, ihn auf so viele verschiedene Weisen sehen zu können

Wieland Schwanebeck, Anglist an der TU Dresden
"Man kann entdecken, dass es ein Film über Wissenschaft ist, über Abenteuer und Erkundungslust, dass es eigentlich ein kritischer Film über eine Gesellschaft in der Krise ist. Und ich habe keine Zweifel, dass ich in 30 Jahren immer noch neue Facetten für mich als Zuschauer entdecke."