Wenn Ex-US-Präsident Barack Obama auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag auftritt, dürften die deutschen Medien jubeln. Mit seinem Nachfolger Trump gehen sie aber überdurchschnittlich negativ ins Gericht. Das will eine Havard-Studie jetzt festgestellt haben. 

"Nirgends kommt Trump schlechter weg als im deutschen Fernsehen", titelte in dieser Woche die WeltBei Meedia war gar zu lesen: "Keiner berichtete negativer über Donald Trump als die ARD". Die Berichte basieren auf einer Havard-Studie, die sich die internationale Berichterstattung angeschaut hat.

Berichterstattung mit Geschmäckle

Im Weltartikel heißt es: "98 Prozent der Berichte im Ersten waren laut der Studie negativ, nur zwei Prozent positiv." Doch stimmt das? Die Macher von Übermedien haben in das Kleingedruckte der Studie geschaut und festgestellt, dass sich dieser Wert nur auf wertende Beiträge der geprüften Sendungen bezieht, zu denen zum Beispiel die Hauptnachrichten im Ersten gehören. Neutrale Beiträge, die rund 30 Prozent der Trump-Berichterstattung ausmachen, wurden nicht mit berücksichtigt. Grundsätzlich bleibt der Beigeschmack: Deutsche Nachrichten berichten negativer als ihre US-Kollegen.

Wenn Trumps Vorgänger Barack Obama beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Deutschland am Brandenburger Tor auftritt, dürfte das Echo ins Gegenteil umschlagen. Über die Berichterstattung US-amerikanischer Präsidenten diskutieren Daniel Fiene und Herr Pähler in dieser Ausgabe von unserem Medienmagazin.

Außerdem gibt es Branchengeflüster vom European Newspaper Congress, der in dieser Woche in Wien stattgefunden hat, sowie ein Blick auf die Medienkritik an das neue Angebot "Spiegel Daily". Die Redaktion des Spiegels veröffentlicht seit gut einer Woche um 17 Uhr eine digitale Tageszeitung. Nicht nur auf Twitter gab es viel Kritik, aber ist dies überhaupt die Zielgruppe?