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Es sind dramatische Tage im Sommer 1961: Quasi über Nacht beginnt die DDR mit dem Bau einer Mauer entlang der innerstädtischen Demarkationslinie – zwischen dem sowjetischen Sektor und den drei von den westlichen Alliierten verwalteten Sektoren Berlins.

Die Bilder von weinenden Menschen, die mit Taschentüchern über die allmählich höher werdende Mauer winken, gehen um die Welt. Der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Willy Brandt, richtet einen flammenden Appell an die Angehörigen der Nationalen Volksarmee, "nicht auf Landsleute“ zu schießen.

Ohne Erfolg: Am 24. August 1961 wird der gerade mal 24-jährige Günter Litfin beim Versuch, durch den Humboldthafen die DDR schwimmend und tauchend zu verlassen, von DDR-Transportpolizisten mit gezielten Schüssen in den Hinterkopf getötet.

"Als es Ende Oktober 1961 zur Konfrontation zwischen sowjetischen Truppen und US-Panzern kam, war es schon bedrohlich. Da standen sich die Panzer auf beiden Seiten gegenüber."
Annett Gröschner, Autorin

Schon in den 1950er-Jahren hatten die Staatsorgane der DDR damit begonnen, den etwa 125 Kilometer langen Berliner Außenring dicht zu machen und die persönlichen wie sozialen Verbindungen ins brandenburgische Umland zu kappen.

West-Berlin wird im Kalten Krieg zum Streitpunkt

So war West-Berlin zu einem Fremdkörper auf DDR-Gebiet geworden. Die immer wieder propagierte Zugehörigkeit zur westdeutschen Bundesrepublik ist für die SED-Führung nicht nur ein großes Ärgernis, sondern ein Angriff auf die eigene territoriale Integrität geworden. West-Berlin gilt rund 15 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Streitpunkt im Kalten Krieg: Für die DDR ist die Bundesrepublik Deutschland der Hauptfeind in der west-östlichen Auseinandersetzung der Systeme.

Während die DDR den "Aufbau des Sozialismus" propagiert, beginnt in der Bundesrepublik das sogenannte Wirtschaftswunder und die Integration in die Gemeinschaft der westlichen Demokratien. Die Bundesregierung hatte schon 1949 die Parole ausgegeben, allein die legitime Vertretung aller Deutschen, also auch der DDR-Bürger, zu sein.

Alleinvertretungsanspruch der BRD führt zur Isolation der DDR

Daraus wird ein Alleinvertretungsanspruch abgeleitet, der zu einer Isolation der DDR außerhalb des Lagers der sozialistischen Staaten führt. Diese internationale Isolation, eine dauerhaft schwache Wirtschaft, Reiseeinschränkungen und die fehlende Legitimation der DDR-Regierung bei der eigenen Bevölkerung veranlassen knapp drei Millionen Menschen, die DDR zu verlassen.

Dagegen soll die am 13. August 1961 gebaute Mauer durch Berlin und eine schwer bewachte und hochgerüstete innerdeutsche Grenze Abhilfe schaffen.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Historiker Gerhard Sälter von der Stiftung Berliner Mauer schildert die Ereignisse des 13. August 1961
  • Der RIAS-Journalist Joachim Jauer berichtet über die westlichen Reaktionen auf den Bau der Berliner Mauer
  • Die Autorin Annett Gröschner recherchiert über das Leben mit der Mauer, das sich in Ost- und West-Berlin entwickelt hat.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld beschreibt den Weg, den die beiden deutschen Staaten zwischen 1949 und 1961 genommen haben.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Esther Körfgen erinnert mit Radioreportagen an den Tag, an dem die Mauer gebaut wurde.