Dass Umwelteinflüsse Diabetes befördern, ist nicht unwahrscheinlich. Nur wissen wir immer noch nicht, welche genau das sind. Eine groß angelegte Studie will das herausfinden. Und nebenbei 100.000 Kindern die Gewissheit geben, ob sie Diabetiker sind oder nicht.

Wer die Krankheit Diabetes Typ I hat, kann zugeführte Nahrung nicht mehr verstoffwechseln. Der Diabetiker verhungert sozusagen, obwohl er isst.

Liegen diese Symptome vor, ist die Diagnose Diabetes in der Regel gut zu stellen. Allerdings leidet der Patient dann schon. Manchmal führt das Nicht-Wissen des Diabetes sogar zum Tod.

Annette Ziegler, Leiterin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München, will die Diagnose früher stellen, dann, wenn der Mensch noch gesund ist und keine Symptome aufgetreten sind. Sie hat eine Methode entwickelt, mit der das möglich ist und für die nur ein Tropfen Blut aus dem Finger benötigt wird.

"Wird Diabetes frühzeitig erkannt, können wir die Kinder und Eltern im Umgang mit der Krankheit schulen. Im besten Fall treten dann überhaupt keine Symptome auf."
Annette Ziegler, Institut für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München

In einer groß angelegten Studie, die international mitfinanziert wird, will Annette Ziegler 100.000 Kinder in Bayern auf Diabetes prüfen. Mit diesen Erkenntnissen erhofft sie, Rückschlüsse auf die Ursachen von Diabetes Typ I zu erlangen - Umweltfaktoren wie Feinstaub oder das Trinkwasser könnten eine Rolle spielen. "Die Erkenntnisse sind für Bayern, Deutschland und die ganze Welt hilfreich", sagt Ziegler.

Dass äußere Faktoren ganz sicher mitverantwortlich sind, zeigt auch der Mauerfall. Denn danach haben sich innerhalb von 25 Jahren die Diabeteszahlen der DDR an Westdeutschland angeglichen - konkret: um 50 Prozent erhöht. Warum genau, ist allerdings noch ungewiss.

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