Früher wurde es Altersdiabetes genannt, aber inzwischen erkranken auch immer mehr junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren an Diabetes mellitus Typ 2.

Die Zahlen sind erneut gestiegen: Rund 8,5 Millionen Menschen sind in Deutschland zuckerkrank. Der Anstieg betrifft vor allem diejenigen, die an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt sind.

Die gute Nachricht: Diabetes mellitus Typ 2 kann man frühzeitig erkennen und wir können auch etwas dafür tun, dass wir nicht daran erkranken oder die Zuckerkrankheit herauszuzögern.

    "Bis zur Diagnosestellung verlaufen häufig so fünf, sechs, sieben Jahre. Und der hauptsächliche Grund ist, dass Menschen sich nicht untersuchen lassen."
    Jens Kröger, Facharzt für Diabetes

    Das Problem besteht allerdings darin, sagt der Facharzt für Diabetes, Jens Kröger, dass besonders Menschen zwischen 20 und 30 Jahren nicht zum Arzt gehen, um einen Gesundheitscheck durchführen zu lassen.

    Denn es ließe sich leicht feststellen, ob wir ein erhöhtes Risiko haben, an Diabetes Typ 2 zu erkranken oder bereits eine Vorstufe davon haben.

    Besteht ein Risiko oder eine Vorstufe von Diabetes?

    Jens Kröger empfiehlt Menschen zwischen 18 und 34 Jahren einen Gesundheitscheck beim Arzt machen zu lassen. Ab 35 Jahren kann man diesen Check-up alle drei Jahre durchführen lassen.

    Als weitere Möglichkeit nennt der Facharzt den Deutschen Diabetes Risiko Test online auszufüllen, mit dem wir unser persönliches Diabetes-Risiko einschätzen können.

    Faktoren, die auf ein erhöhtes Risiko hinweisen

    Besonders Menschen, bei denen sich eines dieser Anzeichen zeigt – oder mehrere –, sind stärker gefährdet zuckerkrank zu werden.

    • genetische Veranlagung: in der Familie gibt es bereits Fälle von Diabetes mellitus Typ?
    • Übergewicht oder Adipositas (starkes oder krankhaftes Übergewicht)
    • zu wenig Bewegung
    "Wir wissen, Menschen mit Typ-2-Diabetes, die um die 30 Jahre sind, haben elf gesunde Lebensjahre weniger. Und deswegen ist es so wichtig, dass man sich untersuchen lässt."
    Jens Kröger, Facharzt für Diabetes

    Schleichender Prozess erschwert Diagnose

    Erkranken wir an Diabetes Typ 1, merken wir das in der Regel recht schnell. An Diabetes Typ 1 kann man in jedem Alter erkranken und es gibt keine Möglichkeit dem vorzubeugen.

    Bei Diabetes Typ 2 ist der Prozess schleichend, sagt Facharzt Jens Kröger. Die Werte steigen kontinuierlich an und oft vergehen mehrere Jahre, bis die Krankheit überhaupt festgestellt wird.

    Diabetes: Die Gefäße im Körper nehmen Schaden

    Wer an Diabetes Typ 1 erkrankt ist, dem fehlt ausreichend Insulin im Körper, ein Hormon, das den Stoffwechsel reguliert. Es sorgt dafür, dass die Kohlenhydrate aus unserer Nahrung in die Zellen transportiert werden können.

    Menschen mit Diabetes Typ 2 verfügen zwar über Insulin, haben allerdings eine Insulinresistenz entwickelt, erklärt der Facharzt Jens Kröger.

    "Sechs Prozent der Kinder und Jugendliche in Deutschland sind adipös, und 15 Prozent sind übergewichtig. Und auch diese Zahlen steigen in Deutschland."
    Jens Kröger, Facharzt für Diabetes

    Das Gefährliche an einer Diabetes-Erkrankung ist, dass kleine und große Gefäße im Körper Schaden nehmen. Bei kleinen Gefäßen betrifft das Veränderungen an den Augen, den Nieren und den Nerven.

    Schäden an großen Gefäßen betreffen beispielsweise das Herz. Schlimmstenfalls kann eine Zuckerkrankheit also zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörung an den Beinen führen.

    Wie wir Diabetes vorbeugen können

    Um Diabetes mellitus Typ 2 zu verhindern oder das Auftreten der Krankheit hinauszuzögern, empfiehlt der Facharzt übergewichtigen Jugendlichen beispielsweise durch eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung, das Gewicht zu reduzieren.