Vielleicht ist es euch auf der Straße schon aufgefallen: Die Dauerwelle ist wieder da! In Friseursalons wird sie immer häufiger verlangt und im Netz geistern sogar schon DIY-Tutorials rum, wie man sie sich selbst machen kann. Mit der aus den 80ern hat die neue Dauerwelle aber nicht mehr viel zu tun.

In den 80er und 90er Jahren ging der Trend eher zum geplatzten Sofakissen, sagt Anke van de Weyer von Deutschlandfunk Nova. Stichwort Minipli (frz. mini pli: kleine Falte), die Frisur, die man auch von Atze Schröder kennt. Sie besteht aus kleinsten Locken, die Haare wurden nämlich meistens auf möglichst kleine Wickler gedreht, alle in derselben Größe.

"In den 80ern war das oft eine Mischung aus Helmfrisur und in die Steckdose gefasst. Wenn man Glück hatte, kam Julia Roberts in Pretty Woman dabei raus."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova
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Die Dauerwelle von heute hat mit der Dauerwelle aus den 80ern optisch nichts mehr zu tun, sagt Anke. Die Haare werden lässiger getragen, der Trend geht eher in Richtung Beachwaves. Das sind größere, nicht so gleichmäßige Locken.

Beachwaves statt Minipli

Die typischen Korkenzieher-Locken werden kaum noch gemacht. Stattdessen werden die Haare auf unterschiedlich große Wickler gedreht und ungleichmäßiger abgeteilt. Im Idealfall sieht man danach aus, als hätte man Naturlocken.

An der Technik an sich hat sich aber wenig geändert: Die Haare werden auf Wickler gedreht und chemisch behandelt, oft mit Thioglycolsäure. Das Ganze ist aber nicht mehr so schädlich wie früher, sagt Anke.

"Im Vergleich zu früher werden die Haare bei einer gut gemachten Dauerwelle nicht mehr so geschädigt."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Früher galt lockiges oder welliges Haar als ungepflegt und unprofessionell. Manchmal hatte das auch einen rassistischen Unterton, erklärt Anke. Schwarze Menschen haben sich nämlich früher häufig ihre Haare chemisch geglättet, um sich weißen Schönheitsidealen anzupassen.

Das hat sich sehr geändert: Afros, Locken und Wellen werden heute immer häufiger offen getragen. Und wer keine Naturlocken oder Naturwellen hat, der hilft eben mit der Dauerwelle nach.

Jon Dauerwelle Snow

Der Trend zur Locke könnte aber auch noch aus einer anderen Richtung positiv beeinflusst worden sein: von Jon Snow aus "Game of Thrones". Die kommerziell äußerst erfolgreiche HBO-Serie beeinflusst ja gerade irgendwie so ziemlich alles. Da wundert es wenig, dass die Spekulation im Raum steht, auch der Trend zur Locke könnte aus dieser Richtung kommen.

"Es wird spekuliert, dass Jon Snow etwas mit dem Trend zur Dauerwelle zu tun haben könnte."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Durch Jon Snow wird die Dauerwelle auch für Männer eine Option. Es wird sogar schon vom Jon Snow-Effekt gesprochen, sagt Anke van de Weyer.

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Die Curly-Girl-Methode

Wer Naturlocken oder -wellen hat, hat es leichter. Die oder der kann seine Locken nämlich nach der Curly-Girl-Methode pflegen, erklärt Anke. Das ist gerade ein großer Beauty-Trend und geht auf ein Buch der US-Amerikanerin Lorraine Massey zurück.

Die wichtigsten Regeln:

  • keine Produkte mit Silikonen und Sulfaten nutzen
  • keine oder nur wenig Hitze an die Haare lassen
  • viele benutzen kein Shampoo, sondern waschen nur mit einem entsprechenden Conditioner

Zur Curly-Girl-Methode gibt es eine riesige Community im Netz, es gibt Facebook-Gruppen in allen Sprachen, teilweise mit über 200.000 Mitgliedern. In einem Tutorial wird zum Beispiel erklärt, wie man sich Leinsamengel für die Locken selbst kocht. Gleitgel geht aber auch, erklärt Anke.

"Statt Leinsamengel kann man aber auch hervorragend Gleitgel nehmen, das spendet auch extrem viel Feuchtigkeit."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova