Drogen, Mord, viel Blut: In Italien ist die Serie "Gomorrha" ein Riesenerfolg. Nun geraten Fiktion und Realität durcheinander. Jugendliche lassen sich von der Serie inspirieren. Zugleich gibt es in Neapel tatsächlich einen Krieg der Kriminellen.

"Gomorrha" ist ein echter Mafiaplot aus Italien. In Deutschland lief die erste Staffel auf Arte und Sky. Die zweite Staffel ist gerade auf Sky gestartet. In Italien ist die Serie ein großer Erfolg. Es geht um organisierte Kriminalität und Drogenhandel, um viel Blut und Brutalität in Neapel.

"Die Serie 'Gomorrha' hat großen Einfluss auf die Jugendlichen. Man will so sein, sich so anziehen. Man möchte auch das schnelle Geld, Frauen und Erfolg."
Italien-Korrespondent Jan Christoph Kitzler

Die Serie kommt so gut an, dass sich Jugendliche in und um Neapel davon inspirieren lassen. Sie finden cool, wie sich die Kriminellen kleiden und wie sie sprechen. Die Serie ist stilbildend, sagt Italien-Korrespondent Jan Christoph Kitzler. Sie wünschen sich ein kurzes, aber heftiges Leben, so wie es in "Gomorrha" zu sehen ist.

Deshalb gibt es auch Kritik an der Serie. Das Töten werde verherrlicht und damit spiele die Fiktion den echten Kriminellen in die Hände. Denn auch wenn die Serie fiktiv ist, gibt es in Neapel die Camorra: kriminelle Familien-Clans mit viel Einfluss. Es geht um Drogen- und Waffengeschäfte im großen Stil.

"Der Krieg tobt mitten in Neapel. Man spricht nicht mehr von organisierter Kriminalität, sondern eher von unorganisiertem Verbrechen."
Italien-Korrespondent Jan Christoph Kitzler über Neapel

In den vergangenen Jahren kamen einige Bosse der Camorra ins Gefängnis, sagt Jan Christoph. Doch nun tobt eine Art Nachfolgekrieg. Banden junger Krimineller kämpfen darum, das Machtvakuum zu füllen. 2015 gab es rund 60 Tote.

Töten auf offener Straße

"Die alten Regeln der Clans, gelten nicht mehr", sagt Jan Christoph. Zum Beispiel galt, dass es keine Toten in Anwesenheit von Kindern geben dürfe. Heute wird auf offener Straße erschossen", sagt Jan Christoph. "Den letzten Opfern wurde ins Gesicht geschossen. Das hat es vorher nicht gegeben."