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"Ich bin nicht genug." Wer das denkt, hat womöglich einen Glaubenssatz verinnerlicht. Der kann uns schon seit unserer Kindheit begleiten, beeinflusst durch das, was wir erleben und unser Umfeld. Die Psychologin Muriel Böttger klärt uns über Glaubenssätze und unsere Psyche auf.

Muriel Böttger ist Psychologin und erklärt uns, warum mancher Glaubenssatz etwa für eine Beziehung problematisch ist. "Mein Partner ist für mein Glück verantwortlich", wäre zum Beispiel schwierig, meint die Psychologin. Damit würden wir das ganze Glück, dass wir in unserem Leben empfinden, auf unserem Partner abladen. Demnach müsse sich der Partner ständig um unser Wohlbefinden kümmern.

Abhängigkeiten vermeiden

Dabei gäbe es eben auch Zeiten und Momente, in denen wir eben nicht mit dem Partner oder der Partnerin zusammen sind. Deswegen plädiert Muriel dafür, dass wir maximal etwas zum eigenen Glück beitragen sollten.

"Wenn eine Partnerschaft nicht glücklich macht, wäre das ganz schön traurig. Die Hauptverantwortung für das eigene Glück sollte ich aber selbst haben."
Muriel Böttger, Psychologin und Coachin

Aber warum schränken uns negative Glaubenssätze eigentlich so ein? "Ich kann Glück empfinden, weil ich in der Natur etwas Tolles entdecke oder weil im Radio ein Song läuft, den ich gerne mag", erläutert Muriel Böttger. Sie glaubt, dass wir unser Glück von nichts und niemandem abhängig machen sollten. Denn dann wären wir immer darauf angewiesen, einen bestimmten Ort oder einen bestimmten Menschen aufzusuchen.

Wenn wir nicht genug sind

"Ich bin nicht genug": Haben wir diesen Gedanken einmal im Kopf, werden wir ihn nicht mehr los. Woran liegt das? Muriel Böttger erklärt, dass wir diesen Gedanken meistens schon durch bestimmte TV-Serien oder Vorbilder in der Kindheit in uns tragen. In der Gegenwart anderer sucht unser Unterbewusstsein dann nach einer Bestätigung für den Gedanken. "Ich nehme dann nur das auf, was bestätigt, dass ich negativ bin."

Nur wie werden wir auf solche problematische Glaubenssätze aufmerksam? "Sich selbst ganz aktiv reflektieren und beobachten", empfiehlt Muriel. Dafür hilft es schon, die eigenen Gedanken zu checken, wenn wir uns in bestimmten wiederkehrenden Situationen befinden. So könne uns zum Beispiel bewusst werden, dass wir einen Glaubenssatz gegen viel Geld oder für viel Arbeiten innehaben.

"Wenn wir das herausgefunden haben, können wir ganz aktiv anfangen, diese Glaubenssätze zu verändern."
Muriel Böttger, Psychologin und Coachin

Ein Perspektivwechsel hilft

Muriel plädiert dafür, dass wir uns täglich mehr um unsere mentale Gesundheit kümmern sollten. "Dann kann man das auch in kleinen Schritten schaffen." Dafür kann schon ein kleiner Perspektivwechsel hilfreich sein.

Wer etwa den Glaubenssatz "ich bin nicht genug" verinnerlicht hat, könnte sich stattdessen "ich bin gut, so wie ich heute bin" einprägen. Dabei erlaubt der neue Glaubenssatz seinem Träger alle persönlichen Facetten auszuleben, sowohl die guten als auch die schlechten. Ganz bewusst kann man sich diesen Glaubenssatz jeden Tag notieren und nach sieben Tagen reflektieren, wie sich das Gefühl beim Schreiben verändert hat.

Übrigens: Glaubenssätze müssen laut Muriel nicht nur schlecht sein. "Sie können dich auch dabei unterstützen, das Positive in deiner Umwelt wahrzunehmen."

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