Die Trilogie "Die Tribute von Panem" ist weltweit erfolgreich. Jetzt erscheint ein Prequel-Band – begleitet von der größten Marketingkampagne der Verlagsgeschichte.

Vor elf Jahren erschien in Deutschland ein Roman, der einen Hype ausgelöst und zu einem Trend der dystopischen Romane geführt hat: Der erste Teil der Trilogie "Die Tribute von Panem" der US-amerikanischen Autorin Suzanne Collins. Diese Ausgabe und die nachfolgenden haben sich weltweit mehr als 100 Millionen mal verkauft.

Heute (19. Mai) kommt ein neuer Band auf den Markt: "Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange".

Darum geht es in "Die Tribute von Panem"

Für alle, die mit der Geschichte nicht vertraut sind: "Die Tribute von Panem" spielen in einer nicht weiter definierten Zukunft in Nordamerika, das nach einem Krieg größtenteils zerstört ist.

Entstanden ist die Diktatur Panem, die in zwei Teile unterteilt ist: Kapitol, eine Hightech-Mega-City, sowie 13 Distrikte, die die Versorgung der Gesellschaft sicherstellen müssen, dabei aber teilweise sehr rückständig sind.

Jedes Jahr finden in Panem grausame Spiele statt. Aus jedem Distrikt werden zwei Kinder oder Jugendliche ausgelost, die alle gegeneinander antreten müssen und so lange kämpfen, bis nur noch eine oder einer überlebt.

"Die Heldin ist eher wortkarg, unerbittlich, unagepasst, schlau, kämpft mit einem Bogen und nicht so Thor-mäßig mit einem riesigen Hammer."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Dass "Tribute von Panem" so erfolgreich ist, liegt zum einen an Katniss Everdeen, der Heldin der Bücher, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz. Sie tritt im Spiel an, um ihre kleine Schwester zu beschützen. Dabei erfüllt sie nicht direkt den stereotype Heldencharakter: Sie ist weiblich, eher wortkarg, unerbittlich, unagepasst, schlau. Und sie kämpft mit einem Bogen.

Auch gelten die Romane als gut erzählt, spannend, mit vielen Cliffhängern. Hauptkritikpunkt: Die Ähnlichkeit zum japanischen Spielfilm "Battle Royale". So ähnlich sind sich die Geschichten dann aber wohl doch wieder nicht.

"Die Tribute von Panem haben einen Hype ausgelöst, dass es Verlage gibt, die die Kategorie 'Bücher wie Panem' führen."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die "Tribute von Panem" waren so einflussreich, dass manche Verlage ihre Bücher anpreisen mit: "Bücher wie Panem". Diese Begriffskombination wird auch viel bei Google gesucht.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz geht davon aus, dass das neue Band der Reihe wieder ein Erfolg wird, auch weil der Verlag das so forciert. "Wir begleiten Panem X mit der größten Marketingkampagne unserer Verlagsgeschichte", sagt Thilo Schmid, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei der Verlagsgruppe Oetinger.

Die verfilmten Panem-Geschichten haben mehr als drei Milliarden US-Dollar in die Kinokassen gespült.

Am Wochenende (23./24. Mai) sprechen wir mit der Übersetzerin von "Die Tribute von Panem X" Sylke Hachmeister.