Du schaust genüsslich einen Film und lauschst den Dialogen. Ganz unerwartet wendet sich der Darsteller zur Kamera und spricht den Zuschauer, also auch dich, direkt an. Manchmal witzig, manchmal aber auch schon etwas gruselig.

Wer die TV-Serie "House of Cards" gesehen hat, kennt diesen Moment: Wenn Kevin Spacey in der Rolle des eiskalt-intrigranten Frank Underwood langsam den Kopf wendet und uns direkt in die Augen zu schauen scheint. Es überrascht uns. In diesem Moment bricht er mit einer Konvention - er durchbricht die "Vierte Wand".

"Normalerweise wissen fiktionale Charaktere nicht, dass sie Teil einer Fiktion sind. Zwischen ihnen und dem Rezipienten liegt die sogenannte Vierte Wand. Die Rezipienten, respektive die Zuschauer, können durch diese hindurchschauen beziehungsweise hören, die fiktionalen Figuren jedoch nicht. "
Marshall McLuhan

"Die Vierte Wand" ist eine Barriere, die im Film, Theater und auch im Radio den Zuschauer vom Darsteller trennt. Im Normalfall beobachten wir die Handlung, ohne daran beteiligt zu sein. Und sind überrascht oder fühlen uns ertappt, wenn wir von fiktionalen Charakteren angesehen oder angesprochen werden.

Schon im griechischen Theater experimentierten die Schauspieler mit der "Vierten Wand", wenn sie auch noch nicht so hieß. Und auch Stücken von William Shakespeare wenden sich die Schauspieler direkt ans Publikum.

Der Schauspieler Matthew Broderick baut um dieses Stilelement seine ganze Karriere auf. Sein Film "Ferris macht blau" aus dem Jahr 1986 ist Kult.

Broderick gelingt so eine Bindung seines Teenagerpublikums an seine Figur. Die Kino-begeisterten Teens strömen ins Kino und Broderick wird ein Star.