Kleidung, Bücher oder Küchenutensilien. Auf Gehwegen stehen gerne mal Kisten mit der Aufschrift "zu verschenken" - vor allem in Städten. Was gut gemeint ist, kann manchmal richtig teuer werden.

Jemand freut sich und ein bisschen Müll und Konsum werden vermieden. Die "Zu-Verschenken"-Kiste mit Sachen, die nicht mehr gebraucht, aber noch benutzbar sind, ist von den Gehwegen vieler Städte in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Theoretisch drohen allerdings Bußgelder für die ungenehmigte Nutzung öffentlichen Raums, darauf weist der Verband kommunaler Unternehmen hin.

"Problematisch wird es, wenn öffentlicher Raum genutzt wird, weil das wie eine wilde Müllablagerung angesehen werden muss."
Patrick Hasenkamp, Verband kommunaler Unternehmen

Im öffentlichen Raum können die städtischen Ordnungsämter diese Kisten als wilde Müllablagerung werten und Bußgelder verhängen, besonders wenn die Sachen auch dann nicht entsorgt werden, wenn niemand sie mitnimmt. Genaugenommen sind die Kisten eine Ordnungswidrigkeit, sagt Patrick Hasenkamp vom Verband kommunaler Unternehmen.

Sichere Alternativen

Läuft beispielsweise Farbe aus der Kiste, oder sind die Gegenstände gefährlich, könne das zwischen 200 und 500 Euro kosten, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Alex Werth. Bei Elektrogeräten können bis zu 5.000 Euro fällig werden. Dass Ordnungsämter aber nicht strikt gegen die "Zu-Verschenken"-Kisten vorgehen, weiß Patrick Hasenkamp.

"Das Ordnungsamt wird sicherlich ein Auge zudrücken, wenn der Bürgersteig benutzt wird, wenn er breit genug ist und daneben beispielsweise das Kind sitzt, was dann so einen Kinderflohmarkt veranstaltet."
Patrick Hasenkamp, Verband kommunaler Unternehmen

Völlig abgesichert gegen Bußgelder sind Menschen aber nur, wenn sie ihre Kiste auf dem eigenen Grundstück oder der eigenen Fensterbank verschenken, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Alex Werth.

Doch es gibt Alternativen zu den "Verschenken"-Kisten. Für Bücher stehen in vielen Städten privat organisierte Bücherschränke. Online lassen sich Dinge auch auf Kleinanzeigenplattformen und in Nachbarschaftsnetzwerken verschenken.