"Ich fühle mich wie Charlie Coulibaly“. Wegen dieses Facebook-Posts steht der französische Komiker Dieudonné vor Gericht. Der Vorwurf: Terrorismus-Verherrlichung. Coulibaly hatte nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo in einem jüdischen Supermarkt vier Menschen getötet.

Der französische Komiker Dieudonné M’bala M’bala stand schon öfter wegen antisemitischer und rassistischer Aussagen vor Gericht. 2014 wurden mehrere seiner Veranstaltungen durch das Innenministerium verboten. "Antisemitismus gehört für Dieudonné gewissermaßen zum Programm", sagt Netzautor Andreas Noll. So hatte der Komiker den Holocaust-Leugner Robert Faurisson zu sich auf die Bühne geholt, wo ihm ein Mitarbeiter in KZ-Kleidung eine Medaille verlieh.

Verherrlichung des Terrorismus

Kurz nach den Attentaten von Paris im Januar, hatte Dieudonné auf Facebook den Satz "Ich fühle mich wie Charlie Coulibaly" geschrieben. Coulibaly ist der Name des Attentäters, der nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo in einem jüdischen Supermarkt vier Menschen ermordet hat. Für diesen Satz wurde Dieudonné vor Gericht gestellt, heute soll das Urteil fallen. Der Vorwurf: Verherrlichung des Terrors. "Vermutlich wird er eine Geldstrafe von 30.000 Euro bekommen", erklärt Netzjournalist Andreas Noll. Heute wird das Urteil verkündet.

"Dieudonné selbst sagt, sein Ausspruch sei eine "Botschaft des Friedens" gewesen."
Andreas Noll, Netzjournalist

Aber ganz egal, wie das Urteil ausfällt: Vermutlich ist der Gerichtsprozess für Dieudonné die beste PR, die er haben kann. "Mit jeder Verurteilung, so scheint es, wächst die Zahl seiner Fans", sagt Andreas Noll. Vor allem junge Muslime in den benachteiligten Banlieues sind seine Fans: Mehr als 900.000 Leuten gefällt seine Facebook-Seite. Ende März will er wieder auf Tour gehen.