Special Effects erzeugen in Filmen nicht nur Dinge, die es im echten Leben nicht gibt, sie lassen auch tote Stars aufleben.

Die digitale Filmtechnik machte es möglich: Schauspieler, die auch nach ihrem Tod noch Rollen in Kinofilmen übernehmen. Zum Beispiel Peter Cushing, der in "Rouge One" als Bösewicht wieder auferstand, obwohl er seit zwanzig Jahren tot ist. Oder Paul Walker, der während der Dreharbeiten zu "The Fast and the Furious" bei einem Autounfall starb, seine Rolle aber als digitale Erscheinung zu Ende spielte. Doubles an sich sind nichts neues. Immer, wenn es gefährlich wird, nehmen Stunt-Doubles die Rolle der Schauspieler ein. 

Für immer jung - digital

Aber mit den Digital Doubles können Filmemacher Stars auftreten lassen, wie sie wollen. So auch Carrie Fisher in "Rouge One" die wieder als junge Prinzessin Leia recycelt wurde. Gespenstisch, vor allem vor dem Hintergrund, dass Carrie Fisher im Dezember 2016 gestorben ist. "Wir sehen den echten Schauspieler, und dann sehen wir unseren animierten Schauspieler, und man kann den Unterschied nicht sehen", sagt Michael Coldewey, Mitbegründer von Trixter, dem deutschen Studio für Spezialeffekte.

"Das ist schon auch ein bisschen gespenstisch manchmal, weil man denkt, was haben wir denn für eine Macht? Was ist denn dann noch echt?"
Michael Coldewey, Mitbegründer von Trixter

Trixter arbeitet häufig mit Digital Doubles, beispielsweise wenn "Iron Man"-Darsteller Robert Downey Junior seine Stunts nicht selbst machen kann, weil er sich bei den Dreharbeiten das Bein gebrochen hat. Bei so einem Fall scheinen sich alle Beteiligten einig zu sein, dass aus pragmatischen Gründen das Digital Double aktiviert wird.

Moralische Schranke?

Im Falle von Carrie Fisher lehnen ihre Erben den weiteren Einsatz ihres Digital Doubles ab. Filmproduzenten bleibt dann nur der Griff ins Filmarchiv. Da, wo niemand Einspruch erhebt, bleibt den Filmemachern überlassen, wie sie mit den Digital Doubles verfahren: "Wir sind uns dessen sehr bewusst, dass wir tatsächlich Leute auftreten lassen können und auch Dinge sagen lassen, die sie nie gesagt haben. Das ist schon gruselig", bestätigt Michael Coldewey. So wie Audrey Hepburn posthum Werbung für Schokolade macht.