Die Initiative "Art of Coding" will, dass "Demos" als digitale Kunstwerke mehr Anerkennung finden - beispielsweise als "immaterielles Weltkulturerbe". Unsere Game-Expertin Jana Reinhardt erklärt, worum es dabei geht.

Demos sind eine digitale Kunstform, bei der Programmierer und Musiker zusammenarbeiten, sagt Jana Reinhardt. Sie sind vergleichbar mit Musikvideos oder Visuals. Die besondere Herausforderung dabei sei, die aufwendigen Videos für einen 4-Kilobyte-Speicher zu programmieren. Jedes Foto belegt heutzutage schon 250 mal so viel Speicherplatz.

Mit so einem Demo könne ein Coder zeigen, wie gut er ist. Für solche Demos arbeiten oft ganze Teams zusammen, wie zum Beispiel "Farbrausch": Ihr Demo "debris" hat bei der Demoparty 2007 in Bingen gewonnen und ist inzwischen ein Klassiker.

Digitale Kunst prägt die Kultur

Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin Jana Reinhardt ist von den Demos begeistert und findet es richtig, dass ihnen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei könnte die Aufnahme der Demoscene in die Liste der immateriellen Weltkulturerbe der Unesco helfen.

"Die Demos sind es wert, dass sie als Kunstform Aufmerksamkeit bekommen - in jeglicher Form, ob jetzt in Museen oder auf der Unesco-Liste der immateriellen Kulturerbe."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin

Die Demos haben bei Festivals, den Demopartys, Premiere. Dort werden sie in unterschiedlichen Kategorien prämiert. Bei den Demopartys wird teilweise noch an den Demos gearbeitet, es finden Workshops, Vorträge statt, die Festivals gehen über mehrere Tage und werden auch von Konzerten der Musiker begleitet.

Große Demoscene in Deutschland

In Deutschland findet die größte Demoparty der Welt statt: Mit 800 Teilnehmern feiert die Revision in Saarbrücken die neusten Demos. Und in Köln gibt es das Evoke bereits seit 22 Jahren.

Demos sind aus dem illegalen Cracken von Games in den 80er Jahren entstanden. Die Cracker haben den Kopierschutz der Games gecrackt. Um sich selbst dafür zu feiern, haben die Cracker an den Start des gecrackten Spiels ihren Namen als eine Art Signatur untergebracht. Es entstand ein Wettbewerb unter den Crackern, den verbleibenden Speicher auf der Diskette am besten für diese Signatur zu nutzen.

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Weil sich auf der Unesco-Liste für immaterielles Kulturgut vieles findet außer dem Digitalen, das die Kultur in den letzten Jahrzehnten stark geprägt hat, setzt sich die Initiative Art of Coding nun dafür ein.

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