Die Bundesnetzagentur hat einen zusätzlichen WLAN-Frequenzbereich freigegeben: den für sechs Gigahertz. Schnelleres Internet ist möglich - allerdings mit deutlichen Einschränkungen.

Die Bundesnetzagentur hat einen zusätzlichen WLAN-Frequenzbereich freigegeben.

Der Sinn dahinter: Durch zusätzliche Frequenzbereiche wird mehr Platz geschaffen für die vielen Geräte, die sich per WLAN ins Netz einbuchen. Kurz: Verbindungen über WLAN können damit schneller werden.

"Durch den Frequenzbereich für sechs Gigahertz kommen sich die verschiedenen WLAN-Netze nicht mehr so schnell in die Quere."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Das WLAN in Deutschland benutzt bislang die Frequenzbänder um 2,4 und 5 Gigahertz. Jetzt also neu: 6 Gigahertz.

Weil die Router in die Zukunft mehr Auswahl bei den Frequenzen haben werden, werden sich die verschiedenen WLAN-Netze nicht mehr so schnell in die Quere kommen. Das neue Netz ist das größte WLAN-Update in den vergangenen 20 Jahren.

Je mehr Nutzerinnen und Nutzer mit ihrem Router dieselbe Frequenz nutzen, desto langsamer kann die Verbindung werden – vor allem in Ballungsräumen wird das zum Problem, etwa in großen Städten in Häusern mit vielen Wohnungen.

"Das verfügbare Spektrum wird durch den neuen Frequenzbereich fast verdoppelt. Er ist gut für schnelle Reaktionen und Datentransfers."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Durch den neuen Frequenzbereich wird das verfügbare Spektrum fast verdoppelt. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll sagt: Es handelt sich um eine deutliche Verbesserung. Außerdem ist der neue Frequenzbereich gut für geringe Latenzen – also schnelle Reaktionen und schnellere Datentransfers.

Schmerzhafte Einschränkungen

Allerdings darf die neue WLAN-Frequenz nur in Innenräumen verwendet werden – nicht im Außenbereich oder im Auto. Außerdem dringen die Wellen des neuen Frequenzbereichs vergleichsweise schlecht durch Wände hindurch. Genau das ist auch ein Grund dafür, warum das 2,4 Gigahertz-Band – also das mit der niedrigsten Frequenz – so überbucht ist in Städten. Weil das Signal mit dieser Frequenz eben am besten durch Wände kommt.

"Das neue 6-GHz-Band ist nicht geeignet, wenn der Router im Flur steht und ihr zwei Räume weiter Highspeed surfen wollt."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Bis das schnellere WLAN in Deutschland für alle nutzbar sein wird, wird es noch bis 2022 dauern. 6-GHz-fähige Router sind noch nicht auf dem Markt.

Die Bezeichnung Wifi "6", die die neuen Geräte haben werden, steht übrigens nicht für sechs Gigahertz, sondern für die sechste Weiterentwicklung der WLAN-Technik.