Andere Personen beleidigen, ohne eine bestimmte Gruppe von Menschen zu diskriminieren, geht das? Unsere Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Victoria Parker sagt: 'Ja' – wenn wir kreativ werden. Sie erklärt, wie wir weniger diskriminierend fluchen können und wie sich Schimpfwörter verändern.

"Auf Deutsch verwenden wir gerne Lebensmittel wie du Lauch, du Wurst oder du Kartoffel."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Victoria Parker über unsere Lieblingsschimpfwörter

Lebensmittel wie Kartoffel, Lauch oder Wurst stünden in Deutschland ganz weit oben auf der Liste der Lieblingsschimpfwörter, wie Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Victoria Parker erklärt. Doch auch fäkal- und analgeprägte Beleidigungen, wie "Scheiße" oder "Fuck" seien beliebt, so der Germanistikprofessor Rudolf Drux. Je nach Land und Sprache unterscheide sich ihm zufolge die Art zu schimpfen sehr.

Unsere Sprache wird durch viele Faktoren beeinflusst

Nicht nur unser Kulturkreis und unsere Sprache würden unser Fluchen beeinflussen, erklärt die Deutschlandfunk-Nova-Reporterin. "Auch die Übernahme von Fremdwörtern ins Deutsche macht sich in der Wahl unserer Schimpfwörter bemerkbar", sagt Parker. Zudem hätten die Popkultur und das Internet Einfluss auf unsere Sprache."Der Blogger und Datenanalyst Andrew Paul hat in einer Studie herausgefunden, dass im Hip-Hop besonders gerne geflucht wird", erklärt die Deutschlandfunk-Nova-Reporterin.

"Wenn ich zu jemandem 'du Penner' sage, dann denke ich vielleicht nicht direkt daran, aber der Ausdruck ist gezielt abwertend gegen eine bestimmte Gruppe von Menschen gerichtet."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Victoria Parker über diskriminierende Beleidigungen

"So hat es beispielsweise der Rapper Tupac geschafft in seinen Track 'All eyez on me' ganze 950 Schimpfwörter zu packen. Und deutscher Hip-Hop hängt dem nicht wirklich hinterher." Doch viele unserer Beleidigungen hätten ein Problem, so Parker. "Häufig richten sie sich Beleidigungen gegen bestimmte Personengruppen und sind damit ziemlich diskriminierend", sagt sie.

Kreativ beleidigen – So gehts:

Germanist Rudolf Drux sagt, dass viele Menschen, die diskriminierende Beleidigungen benutzen überhaupt nicht wüssten, aus welchem (historischen) Kontext diese kämen. "Man könnte sich ja auch die Frage stellen, ob man direkt eine Gruppe von Personen beleidigen muss, wenn man damit eigentlich nur einen Menschen treffen will", sagt Parker. "Man kann beim Schimpfen auch ziemlich kreativ werden – auch ohne jemanden zu diskriminieren."

Ihre Vorschläge für diskriminierungsfreie Beleidigungen:

  • Hanswurst
  • Arschgeige
  • Vogelscheuche
  • Krawallnudel
  • Flachzange
  • Eimer
  • Vollpfosten
  • Lappen
  • Montag
  • Hornochse
  • Flasche
  • Eierschalensollbruchstellenverursacher