Die Gema ist böse. Das weiß jeder, der auf Youtube nach seinem Lieblingssong gesucht und den Hinweis bekommen hat, dass ausgerechnet dieses Video nicht gezeigt werden darf. Wegen der Gema, behauptet Youtube. Das ist aber auch nur die halbe Wahrheit. Höchstens. Und vor allem darf Youtube diesen Eindruck nicht mehr vermitteln.

"Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der Gema nicht eingeräumt wurden. Das tut uns leid." So schrieb es Youtube stets, wenn ein Musikvideo wegen unklarer Rechtslage nicht gespielt werden sollte. Damit muss nun Schluss sein, hat das Münchener Landgericht entschieden. Es handele sich um eine "absolut verzerrte Darstellung".

Youtube sperrt Videos ohne Aufforderung der Gema

Die Gema vertritt die Urheberrechte von Musikern. Wenn irgendwo Musik gespielt wird, sorgt die Verwertungsgesellschaft dafür, dass der Urheber Geld bekommt. Wird allerdings ein Song bei Youtube gespielt, gehen Gema und Künstler bisher leer aus - Youtube-Konzern Google wehrt sich gegen die Zahlung und sperrt vorsichtshalber alle Musikvideos von Gema-Künstlern. Die Gema ist also nicht aktiv an der Sperrung beteiligt.

"Die Gema steht vor Millionen deutschen Internetnutzern mit solide angetrunkenem Halbwissen als Halsabschneider aus dem letzten Jahrtausend da, der Musikfans ihren Spaß vergällt."

Jan Stremmel hat einen anschaulichen Artikel geschrieben, mit dem er das kniffelige Gema-Youtube-Verhältnis beschreibt: die Dummheit der Gema-Hasser. Im Prinzip möchte Youtube Geld mit der Leistung der Musiker verdienen, ohne ihnen über die Gema etwas von diesen Einnahmen abzugeben. Allerdings, erklärt Alex auf dem Blog Leetcore, verdiene Youtube nur mit den Videos Geld, in denen auch Werbung gezeigt wird, und mit den gesperrten Videos sei sowieso nichts zu verdienen.

Eigentlich alles wie gehabt

Für uns Videogucker bleibt unterm Strich übrigens alles beim Alten: Solange sich Gema und Youtube nicht geeinigt haben, werden wir das Video weiterhin nicht zu sehen bekommen - nur der Hinweis wird ein anderer sein.

Wie die Gema arbeitet, verraten "Eure Mütter" im folgenden Video: