Morgen (07.07.) wird Donald Trump bei der G20-Konferenz in Hamburg erwartet. Und heute? Da könnte er seinen Zwischenstopp in Polen dazu nutzen, der ungeliebten EU richtig eins auszuwischen. 

Donald Trump will an der Intermarium-Konferenz teilnehmen, ein Treffen mittel- und osteuropäischer Staats- und Regierungschefs. Bei dieser Drei-Meeres-Initiative geht es eigentlich darum, Länder der EU zusammenzubringen, vor allem solche, die erst kürzlich beigetreten sind. Eine Idee aus Polen und Kroatien. 

Offiziell stehen Infrastrukturprojekte wie Straßenbau oder Energieleitungen auf der Agenda. Hinter vorgehaltener Hand ist in Polen aber auch zu hören, dass ein Gegengewicht gegen den liberalen Mainstream in Berlin oder Paris gesetzt werden soll. Vielleicht hat auch deshalb Tschechien nur seinen Parlamentspräsidenten vorbeigeschickt. Unser Korrespondent Jan Pallokat hat in jedem Fall erfahren, dass Tschechien an keiner politischen Initiative interessiert sei, die Deutschland auf Dauer ausschließt. Und auch Österreich hat nur einen Botschafter vorbeigeschickt.

Große Symbolkraft

Um so mehr Symbolkraft hat es, dass sich Donald Trump angesagt hat. Und jetzt wird spekuliert, ob er mit seinem Abstecher nach Polen einen Keil in die EU treiben will. Offiziell geht es um Geschäfte und Wirtschaftsdeals. Aber auch unseren Korrespondenten Jan Pallokat würde es wundern, wenn Trump auf ein Mal zum Handlungsreisenden mutiert wäre. Der US-Präsident hegt einige Sympathien für Polen. Es gibt aber auch Konfliktpotenzial. So sind die meisten Polen wegen des Brexits entsetzt, ganz im Gegensatz zu Trump.

Bei der sehr späten Ankunft des Präsidenten am Mittwochabend war wenig Begeisterung bei den Polen zu beobachten. Trotzdem geht Jan Pallokat davon aus, dass heute Fahnen geschwenkt werden. Am Marriot Hotel, wo Trump und seine Frau abgestiegen sind, gab es allerdings sogar einen kleinen Protest gegen den US-Präsidenten. Und dann ist Greenpeace ein kleiner Coup gelungen. Die Umweltschützer haben den Slogan "No Trump, yes Paris" direkt auf den Kulturpalast projiziert – auch das in unmittelbarer Nähe von Trumps Hotel.