Drake hat mit seinem Album Scorpion sämtliche Streaming-Rekorde gebrochen. Es war ein genau geplanter Erfolg und Spotify hat geholfen: Allen wurde Drake angezeigt. Viele hat das genervt und es zeigt das Problem mit den Playlists.

Falls euch bei den großen Streaming-Portalen Apple Music und Spotify auch das neue Album Scorpion von Drake angezeigt wurde, war das kein Wunder: Auf den beiden Plattformen ist es in den ersten 24 Stunden mehr als 300 Millionen Mal gestreamt worden - so oft wie kein anderes Album in den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung.

Schon komisch, wenn Drake in fast allen Playlists steckt

Für das Album ist am 29. Juni 2018 massiv Werbung geschaltet worden und es gibt kuratierte Playlisten, auf denen Drake drauf ist. Besonders krass ist es bei Spotify.

Auf dem Streaming-Dienst ist das Album Scorpion nicht nur im Header beworben worden, sondern auch auf ziemlich jeder Playlist, die Musik vorschlägt und von dem Unternehmen zusammengestellt wird. Im Netz kursieren Screenshots von Startbildschirmen bei Spotify, auf denen der Musiker als Titelbild auf 12 von 12 Playlists drauf ist und zwar von "Musik fürs Auto" bis "Musik zum Abhängen". Drake war einfach überall. Absurderweise war der Sänger als Titelbild auf Playlists, auf denen seine Musik gar nicht drauf war.

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Aber irgendwann haben Nutzer genervt reagiert. Auf Twitter haben sich Spotify-User darüber beschwert, dass ihnen das Album Scorpion vorgeschlagen werde, obwohl sie solche Musik überhaupt nie hören. Andere waren sauer, dass sie extra Geld zahlen, um Werbung aus dem Weg zu gehen und nun trotzdem überall Drake angezeigt bekämen. Also Werbung durch die Hintertür. Auch auf Reddit gibt es einen langen Thread, auf dem Nutzer erzählen, wie sie der Drake-Hype stört. 

Apple Music und Spotify konkurrieren um die Nutzer

Und warum das alles? Drake hat anscheinend die Konkurrenz zwischen Apple Music und Spotify für sich genutzt. Üblicherweise hat bei HipHop-Alben Apple Music die Nase vorn und Spotify wollte offensichtlich einmal dagegen halten. Hat aber nicht geklappt: Auf Apple Music gab es die ersten 24 Stunden 170 Millionen Streams, auf Spotify "nur" 142 Millionen.

Das Ganze ist der Höhepunkt einer perfekten Promo-Choreographie. Drake hat schon seit Monaten regelmäßig Hinweise abgesetzt, dass bald ein Album kommen könnte. Dann hat er immer mehr Infos verraten: erst den Titel, dann das Datum. Er hat auch noch persönliche Themen ausgepackt: Unter anderem ging es um seinen Sohn, den er bislang vor der Öffentlichkeit verborgen hat. Und das Konzept ist aufgegangen: Drake kann sich jetzt über einen Streaming-Rekord freuen.

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