Süddeutsche haben schnell eine Idee zu dem pfälzischen Wort "Zores", – jähzorniger Mensch, Mega-Wut, oder eine Gruppe Menschen, der man besser aus dem Weg geht, wie Drangsal selbst zum neuen Albumtitel erklärt. Dass er mit Joy Division verglichen wird, findet Drangsal blöd. Aber klar, kann jeder hören, dass seine Beschäftigung mit den 80ern Spuren hinterlassen hat.

Drangsal aka Max Gruber, 24, hat im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung erklärt, dass er schnell zornig wird, aus dem Hemd fährt und meinungsstark ist – ohne behaupten zu wollen, dass er immer Recht hat. "Ich habe die ersten zwanzig Jahre meines Lebens damit verbracht, mich in meinem exorbitanten Geltungsdrang zu suhlen, bis man mir endlich mal ein Mikrofon hingehalten hat." Seitdem produziert er Alben, "Zores" ist sein drittes.

"Die ganze Zeit, in der ich mich mit den 80ern, dem Songwriting und den Arrangements der 80er beschäftigt habe, hat das eine Spur in meiner klanglichen DNA hinterlassen, die ich nie ganz rauswaschen kann."
Drangsal

Vergleiche mit Joy Division, Die Ärzte oder Farin Urlaub findet Drangsal doof, weil die Vergleiche seine Musik erklären sollen, was sie aber nicht tun. Live bei Deutschlandfunk Nova spielt Drangsal "Turmbau zu Babel", um mit den bescheuerten Vergleichen aufzuräumen.

"Ich wollte nie meine Musik instrumentalisieren, um eine politische Message zu senden. Das machen andere besser als ich."
Drangsal

Zufälligerweise ist Max in Kandel geboren, in dem Ort in der Südpfalz, in dem vor Monaten eine Beziehungstat ausländerfeindliche Bewohner und Trittbrettfahrer auf den Plan gerufen hat. Weil der Täter ein Geflüchteter ist, reichte das aus, Tausende von Rechtsextremen und Populisten in dem kleinen Ort auf die Straße zu befördern. Dass die Tat von Rechtsextremen für ihre Propaganda missbraucht wird, findet Max nicht nur dumm, sondern auch schade, weil er "schon ein angenehmes Bild" von seiner Heimat hat und dort auch immer wieder gerne ist.

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Erschüttert hat Max, dass ein früherer bester Freund in Herxheim, wo ein Flüchtlingszentrum errichtet werden sollte, versucht hatte, das Zentrum in Brand zu stecken. Max war schockiert, denn er hätte nie gedacht, dass in der Stadt, in der er aufgewachsen ist, solche ausländerfeindlichen Taten möglich sind und schon gar nicht, dass einer seiner Freunde zu so etwas imstande ist.