Sie können nicht nur Briefe transportieren - mit einem kleinen Rucksack ausgestattet, kann so eine Brieftaube auch als Drogenkurier missbraucht werden. Aber auch andere Tiere werden von Schmugglern mit Drogen bepackt.

Drogen im Wert von rund 25 Millionen Dollar: So viel bringen Tiere jedes Jahr in die USA. Experten schätzen aber, dass es vermutlich noch mehr ist. Denn die meisten Tiere, die in die USA kommen, werden nicht auf Drogen untersucht.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren Datenschutzbestimmungen.

Die besten Drogenkuriere sind Brieftauben. Und die werden gerne dazu eingesetzt, kleinere Mengen in die Gefängnisse zu fliegen. Eine richtig gute Taube schafft bis zu 15 solcher Flüge pro Tag. 

Taube, Truthahn, Hund, Schlange

Eigentlich, sollte man meinen, scheint das alles kein großes Problem zu sein - was kann so eine kleine Brieftaube schon an Drogen transportieren? Aber unser Tierexperte Mario Ludwig meint, dass auch andere Vögel schon als Schmuggler missbraucht wurden: zum Beispiel Truthähne. In Peru gab es einen Fall, da wurden Truthähne mit fünf Kilogramm Kokain erwischt.

"Für Aufsehen sorgte 2017 ein Fall, als argentinische Polizisten eine Drogenkuriertaube über dem Gefängnis von Santa Rosa in der Provinz Pampa vom Himmel schossen. Der tote Vogel trug einen kleinen Rucksack, in dem sich Marihuana, diverse Aufputschpillen und ein USB-Stick befanden."
Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig

Auch Hunde werden gerne mal als Drogenkuriere eingesetzt. Die Schmuggler zwingen die Hunde, eingeschweißte Drogenpakete zu schlucken, bis ihr Magen komplett gefüllt ist. Bei Schmugglern sind aber auch exotische Tiere beliebt. 

"1993 entdeckten Zollbeamte am Flughafen von Miami in einer Frachtladung insgesamt 305 Riesenschlangen der Art Boa constrictor. In diese Schlangen hatten die Schmuggler jeweils 250 Gramm Kokain, ganz klassisch in einem Kondom verpackt, vom After aus in den Darm gedrückt."
Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig

Nur ein Fünftel der Schlangen haben diese brutale Prozedur überlebt. Das heißt, für die Tiere sind die Kurierdienste extrem gefährlich. Und manchmal werden sogar noch tote Tiere als Drogenversteck genutzt: Zollfahnder entdeckten 2007 in den Niederlanden, in einem aus Peru stammenden Paket, rund 100 tote Käfer, die von Drogenschmugglern mit Kokain gefüllt worden waren.