Drohne statt Rettungswagen mit Blaulicht. Künftig könnten Quadrikopter wichtige Blutkonserven liefern. Das wünscht sich Dennis Göbel, Geschäftsführer der Agaplesion Frankfurter Diakonie-Kliniken. Die Drohne steht schon bereit, doch bislang fehlt die Fluggenehmigung.

So könnte es künftig funktionieren: Ein Notfallpatient wird in die Klinik eingeliefert. Ihm wird eine Blutprobe entnommen, die per Drohne zur Blutbank geflogen wird. Flugdauer: vier bis fünf Minuten. In der Blutbank wird das Blut analysiert und die passende Blutkonserven per Drohne an die Klinik zurückgeschickt. Flugdauer: wieder vier bis fünf Minuten.

Diesen Transport übernimmt üblicherweise ein Rettungswagen mit Blaulicht. Doch der braucht für beide Fahrten im Durchschnitt 30 Minuten - je nach Verkehrslage. Durch den Einsatz einer Drohne könnten 10 bis 15 Minuten eingespart werden, in Notfällen sind das lebenswichtige Minuten.

"Diese Minuten können über Leben oder Tod des Patienten entscheiden."
Dennis Göbel, Geschäftsführer der Agaplesion Frankfurter Diakonie-Kliniken

Dennis Göbel ist Geschäftsführer der Agaplesion Frankfurter Diakonie-Kliniken. Er und seine Kollegen wollen genau das: den Einsatz von Drohnen für den Transport von Blutproben und -konserven. Doch bislang warten die Diakonie-Kliniken noch auf eine allgemeine Genehmigung für die Transporte per Drohne.

Denn es gibt auch Skepsis und Widerstände. Was, wenn die Drohnen vom Himmel stürzen? Außerdem werden bislang Genehmigungen für Drohnen nur für einen streng abgegrenzten Flugraum erteilt.

In Frankfurt will man Quadrikopter einsetzen, die sich per GPS selbst steuern. Da die Flugrouten gleich bleiben, sagt Göbel, könnten Hindernisse zuvor bestimmt und damit Risiken minimiert werden. Auch ginge es um lediglich 15 bis 20 Einsätze im Jahr. "Wir wollen Drohnen nur bei extremen Rettungssituationen einsetzen", sagt Göbel. Ob die Fluggenehmigung kommt, bleibt ungewiss.

Mehr Blutokopter im Netz: