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Eigentlich sollte uns ein Urlaub nicht stressen. Doch gerade die Planung, das Packen und Herumreisen an sich können anstrengend sein. Jan berichtet in dieser Ab21 von seinem Chaosurlaub und eine Soziologin verrät, was die Gesellschaft damit zu tun hat.

Als Jan sich mit seinem Kumpel vorgenommen hat, mit dem Fahrrad von Hamburg bis nach Kopenhagen zu fahren und zwischendurch zu zelten, war klar, dass das kein Wellnessurlaub wird. Wie viel dann im Endeffekt doch schiefgegangen ist, hat Jan letztlich allerdings fast dazu gebracht, abzubrechen.

"Ich konnte nicht mehr, ich war mit den Kräften am Ende. Da hab ich dann gegoogelt, wie ich von dort am schnellsten nach Hause kommen könnte."
Jan über den Tiefpunkt der Reise
Jan und sein Fahrrad
© privat / Jan
Jan und das Fahrrad, mit dem er bis nach Kopenhagen gefahren ist

Schlechte Organisation, Pandemie, Probleme mit den Rädern: Es gab viele Gründe für die Pannenserie bei Jan. Etappenziel für Etappenziel stieg dann aber die Stimmung. Vor allem als man es über die Grenze in Dänemark geschafft hatte, war der Stress kurz vergessen. Jans ganze Reisestory hört ihr im Podcast oder ihr checkt seinen Instagram-Account.

Alltag im Urlaub

Leoni Linek ist Soziologin an der TU Dortmund und schreibt der westlichen Gesellschaft eine Teilschuld für stressige Urlaubsreisen zu. Bei uns seien die Erwartungen an einen Urlaub oft sehr hoch: Wir wollen Abenteuer erleben, Bildungsreisen starten, unsere Sprachkenntnisse verbessern oder zu uns selbst finden.

"Da kommen sehr viele Ansprüche zusammen, die wir an den Urlaub richten und diese sind dann geprägt von dem kulturellen Ideal der Selbstoptimierung."
Soziologin Leoni Linek darüber, was Selbstoptimierung mit dem Urlaub zu tun hat

Dabei dürfen wir nicht vergessen: Auch im Urlaub stellen wir uns ja noch alltägliche Fragen, handeln mit uns und Freunden Dinge aus - wann wir aufstehen, wohin wir essen gehen, was wir unternehmen.

Gelassener seien naturgemäß die, die den Urlaub einfach zu Hause verbringen. Man kann zwar dabei nicht viel Neues erleben, aber immerhin bleibt nur noch ein minimales Stresspotenzial.

Warum uns Urlaub manchmal stresst:

  • Die Anzahl an UrlauberInnen, die sich in den Ferien nicht entspannen konnten, bleibt auch 2021 im Vergleich zum Vorjahr hoch. Der Urlaubsreport 2021 der Krankenkasse DAK-Gesundheit besagt, dass jede fünfte Person aus Deutschland sich in diesem Sommer nicht wirklich oder überhaupt nicht erholt hat. Die Top 3 Gründe dafür: Es konnte kein Abstand zum Alltag entstehen, gescheiterte Reisepläne oder schlechtes Wetter.
  • Auch dreckige Unterkünfte können zu Stress führen. Die Expedia Group hat im Rahmen einer Studie unter 16.000 Personen rausgefunden, dass fast die Hälfte der Befragten angaben, Hygiene sei ihnen vor Ort am wichtigsten.
  • Zum Schluss noch ein Tipp wie der Urlaub besonders erholsam werden könnte. Die Arbeitspsychologin Carmen Binnewies von der Universität Münster hat erforscht, wie sich Menschen am besten von ihrer Arbeit erholen. Ihre Erkenntnis: Besonders erholsam ist Freizeit dann, wenn man sie nutzt um etwas Neues zu lernen, oder wenn man etwas erreicht, das man sich lange vorgenommen hat. Also eben nicht einfach nur am Strand faulenzen.

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