Manche Kinder leben von klein auf in terroristischen Gruppierungen oder werden sogar dort geboren. Für die, die nach Deutschland zurückkommen, interessieren sich die Behörden besonders.

Terroristische Gruppierungen, wie der Islamische Staat (IS), rekrutieren Männer wie Frauen - und manchmal trifft es sogar Kinder und Kleinkinder. Sie werden von ihren Eltern zum Beispiel nach Syrien oder in den Irak verschleppt oder dort geboren. Und wenn die Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit haben, gilt das auch für die Kinder. Manche Kinder werden entführt und sogar als Sklaven gehalten.

Dass auch Kinder mit radikalen Ideen gefüttert werden, ist doppelt problematisch: Zum einen können sie so schwer traumatisiert, indoktriniert und radikalisiert werden, sodass sie keinerlei Chance auf ein autonomes, selbstbestimmtes Leben haben. Zum anderen können solche Kinder entweder direkt oder Jahre später nach ihrer Rückkehr nach Deutschland zu einer Bedrohung für andere werden.

Humanitäre Pflicht, den Kindern zu helfen

Die deutschen Sicherheitsbehörden schätzen, dass demnächst mehr als 100 dieser IS-Kinder nach Deutschland zurückkehren könnten. Und sie gehen davon aus, dass die meisten der minderjährigen Rückkehrer im Baby- oder Kleinkindalter sind. Manche Frauen kehren auch schwanger aus den Kriegsgebieten zurück. Genaue Daten über Terrorkinder gibt es noch nicht.

In Europa wird es inzwischen als humanitäre Pflicht angesehen, den Kindern zu helfen und sie im Zweifel alleine aus den Kriegsgebieten zurückzuholen. Sie brauchen oft psychologische Hilfe.

Radikale, die nach Europa geschleust werden?

Bei den Eltern sind die Behörden zurückhaltender – auch, wenn sie angeben, dass sie ihre Ausreise und zum Beispiel auch eine Heirat mit einem IS-Mitglied bereuen. Das könnte eine versteckte Strategie des IS sein, ist die Befürchtung. In Wirklichkeit könnte der IS radikale Menschen nach Europa schleusen wollen.

Um im besten Fall radikalisierte zurückgekehrte deutsche Staatsbürger zu resozialisieren, haben Bund und Länder eine Arbeitsgruppe im gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum aufgebaut. Im Bundesamt für Migration gibt es eine Beratungsstelle, die sich um Angehörige von Rückkehrern kümmert.