Du A****! – werden wir beleidigt, sind wir oft sprachlos oder buhlen um Verständnis. Das ist aber nicht unbedingt hilfreich, sagt Kommunikationstrainerin Isabel Garcia. Sie erklärt, wie wir in solchen Situationen besser reagieren können.

Werden wir beleidigt, sind wir oft so überrascht, dass wir zunächst sprachlos sind. Weil viele Menschen aber sofort reagieren wollen, gehen sie in die Verteidigung, versuchen sich zu erklären und dem Gegenüber die eigene Lage zu erklären. Ein häufiger Fehler, sagt Isabel Garcia. Denn dadurch wird eine Diskussion losgetreten und der anderen Person immer wieder Futter für neue Argumente geliefert.

"Es wird häufig viel zu viel geredet und diskutiert."
Isabel Garcia, Kommunikationstrainerin

Hilfreicher ist es, in solchen Situationen unerwartet zu reagieren. In der Kommunikationstheorie wird dabei von der "Musterunterbrechung" gesprochen. Statt aggressiv oder verteidigend zu reagieren, könnten wir etwa Verständnis zeigen.

Notfallsignale können hilfreich sein

Wir könnten beispielsweise sagen: "Ich verstehe, dass die Situation unangenehm ist und gleichzeitig möchte ich die Situation in Ruhe auflösen." Wichtig dabei: Nicht mit "aber" den Satz fortführen und so das Verständnis wieder aufheben, sondern durch "gleichzeitig" ausdrücken, dass beide Bedürfnisse nebeneinander bestehen.

"Es hilft auch, Notfallsignale zu verwenden, wie "Stopp" zu sagen und die Hand zu heben."
Isabel Garcia, Kommunikationstrainerin

Grundsätzlich gilt: Kurze, klare Ansagen machen und sich nicht auf Diskussionen einlassen. Dabei können wir auch auf unsere Stimme achten. Wenn wir emotional werden, tendieren viele von uns dazu, schrill zu sprechen. In solchen Situationen kann es deshalb helfen, bewusst am Satzende mit der Stimme nach unten zu gehen.

Auch wenn es schwer fällt, ist der beste Weg aus einer solchen Situation, so sachlich wie möglich zu bleiben, rät Isabel Garcia. Dabei können wir auch Notfallsignale, wie etwa "Stopp" verwenden, um unseren Gegenüber die Situation zu verdeutlichen. "Hilfe" eignet sich allerdings weniger.

Diese Ratschläge helfen aber nur in solchen Situationen, die noch relativ nett sind, sagt die Expertin. Wenn jemand einen tatsächlich bespuckt oder handgreiflich wird, dann sollten wir trotz unserer Angst versuchen, möglichst klare Ansagen zu machen und Unterstützung von umstehenden Personen einfordern.