Wir riechen. Und das im sprichwörtlich doppelten Sinne. Wir strömen Düfte aus und nehmen Gerüche wahr. Warum jeder von Mensch eigenen "Nasenabdruck" hat und was das mit unseren Beziehungen macht, darüber sprechen wir in dieser Ab21-Folge.

Früher war Thirza Oetter eine intensive Körperpflege mit synthetischen Produkten enorm wichtig. Heute hat die 35-Jährige einen anderen Blick auf das Thema, zu dem sie sich auch auf Instagram äußert. Stark riechende Deos oder Parfüms empfindet sie sogar als unangenehm.

"Ich wünsche mir, dass wir alle lernen, ein bisschen mehr zuzulassen, nach Mensch riechen zu dürfen."
Thirza über die Akzeptanz des eigenen Körpergeruchs

Den entspannten Umgang mit dem eigenen menschlichen Duft musste Thirza auch erst lernen. Das geschah, als sie vor rund fünf Jahren mit mehrtägigen Wanderungen begann und sich beim Gepäck auf das Wesentliche beschränken musste. "Nach sieben Tagen wandern riechen die Füße und die Socken nach Fuß. Das ist nicht schlimm, das ist bei allen Menschen so", sagt sie.

Unser Körperduft ist wichtig

Unser ganz persönlicher Geruchsabdruck entsteht dann, wenn der Schweiß auf unsere Haut trifft. Yael Adler ist Hautärztin und erklärt, dass das aber noch lange nicht heißt, dass wir müffeln. Ein unangenehmer Geruch würde bei einer gesunden Haut und einem gesunden Körper vielmehr durch das Tragen synthetischer Stoffe oder auch durch falsche oder übermäßige Pflege entstehen. Zudem würden wir bestimmte Gerüche ohnehin nie ganz wegbekommen. Dazu gehöre auch der Lockduft im Intimbereich, der "unser erotisches Duftmarketing" sei.

"Es gibt einen Unterschied zwischen Gestank und Duft. Eine gesunde Haut duftet."
Yael Adler, Hautärztin zum Körpergeruch

Die Schönheit unseres Gegenübers liegt nicht nur im Auge des Betrachters, sondern sie ist auch von dessen oder deren Nase abhängig. Ilona Croy ist Neuropsychologin am Universitätsklinikum Dresden und forscht zum Zusammenhang von Körpergerüchen und Partnerwahl.

Die Wahl des richtigen Parfüms spielt dabei eine wesentlich geringere Rolle als viele von uns wahrscheinlich denken, sagt sie. Wichtig hingegen sei der natürliche Duft von Mann und Frau. Warum unser "natürliches Parfüm" ein Spiegelbild unseres Genpools ist und wie der Körperduft unsere Partnerwahl beeinflusst, das erklärt sie im Podcast.

"Es gibt Studien, die zeigen, dass Menschen riechen können, ob jemand anderes vom Immunsystem her zu uns passt."
Ilona Croy, Neuropsychologin über die Partnerwahl via Nase

Geruchsfakten:

  • Schweiß riecht nicht bei allen Menschen. Denn das Sekret des Schweißes ist geruchsneutral. Erst wenn es mit der Haut in Berührung kommt, wo es von Bakterien zersetzt wird, entwickelt es seinen Geruch.
  • Menschen, die nie verschwitzt riechen, haben das ihren Genen zu verdanken. Ein Eiweißmolekül ist dafür zuständig, dass alle geruchsbildenden Schweißbestandteile an die Hautoberfläche befördert werden. Ist dieses Molekül genetisch bedingt inaktiv, entsteht auch kein Körpergeruch.
  • Vegetarier riechen besser! Wer auf Fleisch verzichtet, duftet angenehmer. In einer Studie wurde männlicher Schweiß weiblichen Testpersonen vorgelegt. Schweiß von Menschen, die zwei Wochen lang kein Fleisch gegessen hatten, kam besser bei den Frauen an.
  • Unsere Sexualhormone reden bei unserem Körperduft mit. Schweizer Forschende fanden heraus, dass der weibliche, durch Östrogene geprägte Duft einen hohen Schwefelanteil enthält. Der Schweiß hat eine leicht "zwiebelige" Note. Bei Männern kommt der Schweißgeruch hingegen vom Sexualhormon Testosteron und riecht leicht "käsig".

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