Früher hatten Bauern auf ihrem Land die Hinterlassenschaften von Schafen, Pferden, Rindern und Schweinen. Heute leben die Tiere hinter Zäunen und kacken auch da. Auf den Feldern fehlt der Dung.

Früher hat der Nährstoffkreislauf prima funktioniert. Also vor hunderttausenden von Jahren. Heute hingegen ist er in gewisser Weise unterbrochen. Zumindest nicht mehr auf dem Niveau von früher, sagen Forscher. Hauptgrund ist, dass der Dung nicht mehr so divers ist wie früher, nicht mehr so durchmischt. Für guten Dung braucht es viele große Tiere über 44 Kilo.

"Auf einem Stück Land hast du nicht mehr Kacke von Schafen und Pferden und Rindern und Schweinen, sondern immer nur eine Sorte - und das ist nicht gut für den Nährstoffkreislauf."
DRadio-Wissen-Autorin Ann-Kathrin Horn über den Nährstoffkreislauf

Ein guter Nährstoffkreislauf fängt im Meer an. Auf dem Meeresboden sind wichtige Nährstoffe. Große Meerestiere bringen diese Nährstoffe durch ihren Kot nach oben. Das geht dann weiter über die Fische und Seevögel. Irgendwann kommen die Nährstoffen an Land, wo sie über den Vogelkot in die Erde und in Pflanzen hineingehen. DieTiere an Land fressen dann diese Pflanzen und so kommen also die Nährstoffe vom Meeresboden bis ins Landesinnere.

Der globale Nährstoffkreislauf ist in Gefahr

Die Forscher vermuten, dass es langfristig immer weniger Nährstoffe ins Landesinnere schaffen. Auf der ganzen Welt gibt es das Problem. Der Grund liegt darin, dass immer mehr Tiere vom Aussterben bedroht sind, oder zumindest weniger werden. Die Wale zum Beispiel. Ihre Zahl ist je nach Region zwischen 66 und 99 Prozent zurück gegangen. Bevor sie massenhaft gejagt wurden, beförderten sie ungefähr 375 Millionen Kilogramm Phosphor im Jahr aus den Tiefen des Meeres an die Oberfläche. Heute sind es nur noch 83 Millionen Kilogramm im Jahr.

Besonders betroffen ist Südamerika

Wird der natürliche Dünger nicht mehr über die Welt verteilt, werden auch die Böden mit der Zeit unfruchtbarer. In Südamerika gab es früher sehr viel Nährstoffaustausch. Heute liegt der bei weniger als einem Prozent im Vergleich zu damals. Anders ist das in Afrika. Da ist der Austausch noch stärker weil dort viele Tiere noch frei herumlaufen. Im Kruger National-Park zum Beispiel sei es laut der Forscher noch so wie früher. Dort gebe es noch fast 100 Prozent von dem ursprünglichen Nährstoffaustausch.