Unternehmen setzen Duftstoffe ein, um eine positive Atmosphäre zu verstärken. Das hat messbaren Erfolg. Manche Produkte verkaufen sich leichter, wenn es gut riecht.

Kaufhäuser, Filialen von Mobilfunkunternehmen, Freizeitbäder - solche und andere öffentlichen Räumen werden nicht selten mit einem bestimmten Duft versehen. Unternehmen wie Magix Box in Neuss erstellen solche Duftkonzepte. Inhaberin Elke Kies sagt: Menschen bewerten in einer geruchlich guten Umgebung das Gegenüber positiver, und sie sind kommunikativer. Anders formuliert: Der Verkäufer hat es etwas einfacher.

Mehr Cola-Verkäufe bei Sonnencreme-Duft

In manchen Umgebungen springt einen der Duft regelrecht ins Gesicht. Elke Kies findet: Der Duft sollte sich eher zurückhalten, sollte das gewünscht Gesamtambiente unterstreichen.

Manche Studien wollen herausgefunden haben, dass bestimmte Düfte die Verkaufszahlen messbar steigern. So sei die Nutzung von Spielautomaten steuerbar genauso wie die Verkäufe von Cola, wenn Duft von Sonnencreme im Spiel ist.

"Düfte werden extrem lange gespeichert in unserem Gehirn."
Hanns Hatt, Professor für Zellphysiologie und Riechforscher an der Uni Bochum

Eine andere Untersuchung hat ergeben, dass Gäste der Deutschen Bahn die Marke positiver bewerten, wenn sie in Waggons unterwegs waren, in denen der Geruch von Jasmin, Rosenholz, Melone verbreitet wurde.

Hanns Hatt, Professor für Zellphysiologie und Riechforscher an der Uni Bochum, sagt: Der Duft hat Einfluss. Riecht es beispielsweise in einer Hotel-Lobby gut, wird das Personal an der Rezeption als freundlicher bewertet im Vergleich zur Lobby ohne Geruch.

Hinweis: "Wir verwenden Duftstoffe in diesen Räumen"

Eine Marke mit einem Duft zu belegen, ist aus Marketingsicht nachvollziehbar. Denn Düfte werden in unserem Gehirn lange gespeichert, sagt Hans Hatt.

Allerdings sollten es die Unternehmen nicht übertreiben. Denn ein bis zwei Prozent der Deutschen reagieren allergisch auf Duftstoffe. Duftberaterin Elke Kies empfiehlt deshalb ihren Kunden sogar, ein Hinweis zu platzieren, dass Duftstoffe im Einsatz sind. Das wollen nicht alle Kunden umsetzen, weil sie die Gefahr des Manipulationsvorwurfs sehen.

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