Von wegen Daddeln: E-Sport ist professionell. Mit dem ESBD hat sich jetzt ein Spitzenverband dieser Gaming-Sparte gegründet. Damit soll E-Sport als "richtige" Sportart etabliert werden.

Es soll der nächste Schritt aus der Nische werden: Am Sonntag hat sich der E-Sport-Bund Deutschland ESBD gegründet. Er will in Zukunft die Interessen von Amateuren und Profisportlern vertreten und den Sport professionalisieren, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Bisher gab es einige kleine, eher regional orientierte Verbände. Eine bundesweite Struktur im E-Sport aber fehlte.

E-Sport will olympisch werden

Zentrales Ziel des Verbandes ist, dass E-Sport in Deutschland als echter Sport anerkannt wird. Dazu gehört auch die Vereinsgründung selbst. Denn der Deutsche Olympische Sportbund DOSB besteht darauf, dass es für eine sportpolitische Anerkennung einen  Spitzenverband geben muss. "Ohne Spitzenverband kein richtiger Sport", so Thomas Ruscher, der mit dem ESBD-Verbandspräsidenten Hans Jagnow gesprochen hat.

"Wir wollen mit der Politik ins Gespräch kommen und eine einheitliche Repräsentation der organisierten E-Sport-Landschaft in Deutschland gewährleisten. Und das explizit mit einem sportlichen Ansatz."
Hans Jagnow, Präsident ESBD

Ein wichtiger Termin für die E-Sportler sind die Asien-Spiele 2022, wenn in E-Sport-Disziplinen Medaillen gewonnen werden können. Um mit den Teams aus Asien mitzuhalten, muss Aufbauarbeit betrieben werden. Und die hat auch eine finanzielle Komponente.

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Wird E-Sport als gemeinnützig anerkannt, bedeute dies auch steuerliche Erleichterung, so Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Die Ideen, wie E-Sport in Deutschland vorangebracht werden könnte, sind umfassend. Angedacht ist etwa eigene Ligen zu schaffen, ein Nationalteam aufzustellen und die Nachwuchsarbeit zu fördern. Auch das Vorgehen gegen Doping oder die Zertifizierung von Trainern und Schiedsrichtern sind Themen, um die sich der Verband kümmern will.

Noch ohne die Fußball-Bundesliga

Im Moment hat der Verband 22 Mitglieder, darunter die Electronic Sports League ESL, ein wichtiger Turnierveranstalter oder der BIU, der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware. Dieser ist beispielsweise Mitausrichter der Gamescom.

Neben Amateurvereinen und Clubs fehlt aber ein wichtiger Support: Noch sind die Fußball-Bundesligavereine wie Schalke, Leipzig oder Stuttgart nicht mit dabei. "Sie machen mit dem Fifa-Entwickler Electronic Arts ihr eigenes Ding, ihre eigene virtuelle Bundesliga", so Thomas Ruscher. Damit sich die Vereine anschließen, stehen noch einige Gespräche aus.

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