Es ist ein Wettlauf mit der Zeit: Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat auch die Forschung an einem Impfstoff beschleunigt. Auch in Deutschland soll daran gearbeitet werden. Für viele Erkrankte dürfte der Impfstoff aber zu spät kommen.

Gesucht werden: Gesunde Erwachsene, die bereit sind, sich freiwillig den Ebola-Impfstoff VSV-EBOV spritzen zu lassen. Vorteilhaft wäre es, wenn medizinisches Fachpersonal, das später in Westafrika arbeiten wird, an der Studie teilnimmt. Das Mittel soll in einer ersten Patientenstudie am Uniklinikum in Hamburg getestet werden: "Wir brauchen 20 Personen in Deutschland. Später wird die Studie in Westafrika größer aufgezogen", sagt Klaus Cichutek, der Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts für Impfstoff-Forschung. Sein Institut unterstützt und bewertet die Studie und ist auch für eine spätere Zulassung zuständig.

Langwieriges Zulassungsverfahren

"Man hofft, dass der Impfstoff eine Immunreaktion gegen das Virus hervorruft, die schützen wird." Das Problem: Ebola ist schnell und die Impfstoff-Entwicklung langsam. Noch hat die Studie nicht begonnen, Cichutek geht davon aus, dass es in wenigen Wochen so weit ist. Dabei werden die Probanden zunächst drei bis vier Wochen oder länger auf Nebenwirkungen untersucht.

"Was wir im Moment machen, ist, dass wir einen Impfstoff für eine neue Ebola-Epidemie entwickeln."

Nach dieser Untersuchung vergeht allerdings noch viel Zeit bis zur Zulassung eines Impfstoffs: "Es kann sein, dass im nächsten Jahr ein Impfstoff auf die Zulassung geprüft wird", so Klaus Cichutek. Üblicherweise dauert es sehr viel länger, bis ein Medikament zugelassen wird - die Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes läuft bereits im "Überholspur-Verfahren". Zum Einsatz wird der jetzt entwickelte Impfstoff vermutlich erst bei der nächsten Ebola-Epidemie kommen.

"Was wir im Moment machen, ist einen Schutz zu bieten, wenn eine neue Ebola-Epidemie auftreten sollte. Wir würden uns natürlich alle wünschen, dass die gegenwärtige Epidemie rasch vorbeigeht."