Der Orkan schlug in der Weihnachtsnacht 1717 zweimal zu. Mit verheerenden Folgen, die jahrzehntelang nachwirkten.

Der Orkan kam gegen Mitternacht, er überraschte die Menschen in Norddeutschland, in den Niederlanden und in Dänemark im Schlaf. Zwar hatten sie das Wetter in den Tagen zuvor beobachtet, waren jedoch zu dem Schluss gekommen, das Schlimmste sei überstanden. Dann aber kam der Orkan zurück und drückte das eiskalte Nordseewasser ins Marschland. Innerhalb kurzer Zeit war das Land überspült, Tiere wurden von der Flut mitgerissen und ertranken.

Zerstörung der Lebensgrundlage

Die Menschen versuchten sich in das obere Stockwerk ihrer Häuser zu retten, manche kletterten voller Verzweiflung aufs Dach. Aber ihre Überlebenschancen waren gering, weil der Sturm unaufhörlich peitschte, das Wasser immer weiter stieg und viele Häuser einfach mit sich riss. 

Folgen über Jahrhunderte

Am Ende dieser Weihnachtsflut waren rund 12.000 Menschen gestorben.  Das einst fruchtbare Ackerland war mit dem Salzwasser aus der Nordsee überflutet und unfruchtbar geworden, Vorräte und Saatgut waren Opfer des Wassers geworden. Unmittelbar nach der Flut brachen Hungersnöte und ansteckende Krankheiten aus. Die Reparatur der Deiche musste von den Bauern mitfinanziert werden. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden die letzten Kredite zurückgezahlt.   

Was ihr noch in Eine Stunde History hört:

  • Dirk Meier ist Buchautor, hat sich mit vielen Flutkatastrophen beschäftigt und erläutert Ursachen und Folgen der Weihnachtsflut 1717.
  • Martina Heßler von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg schildert das Elbe-Hochwasser von 1962. 
  • Johannes Oelerch vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Naturparks und Meeresschutz erläutert den modernen Küstenschutz an Nord- und Ostsee.
  • Deutschlandfunk Nova - Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über Hochwasserkatastrophen seit der Antike.